17.08.2021 17:37 |

Deutschland räumt ab

Staatsbeteiligung bei Airline-Rettung lohnt sich

Die Rettung der deutschen Lufthansa-Group entwickelt sich zum sagenhaften Deal für unser Nachbarland. Deutschland dürfte durch die Beteiligung an dem Unternehmen mit einem gewaltigen Plus aussteigen. Etwas weniger lukrativ sieht es hingegen in Österreich aus - die mit Corona-Hilfen gerettete Austrian Airlines stecken weiter tief in den roten Zahlen fest. Und auch der geplante Stellenabbau geht weiter.

Während der Corona-Krise stand der internationale Flugverkehr nahezu still. Dies entfachte eine globale Debatte, ob und wie die einzelnen Länder den Airlines zu Hilfe kommen sollen. Während Länder wie Frankreich oder eben Deutschland ihre Hilfszahlungen an Bedingungen knüpften, verzichtete Österreich auf eine Staatsbeteiligung.

Beteiligung die richtige Strategie?
Dass diese aber wohl durchaus Sinn gemacht haben könnte, zeigt ein Blick über die Grenze. Deutschland möchte nun einen Teil des in der Krise gesicherten Aktienpakets zeitnah wieder verkaufen, wie die „Welt“ berichtete. Die deutsche Bundesregierung hatte zur Stützung des Unternehmens für einen Kaufpreis von 300 Millionen Euro eine Beteiligung 20 Prozent an der Fluggesellschaft erworben.

Den Steuerzahlern winkt dabei ein enormes Geschäft: Ein hoher dreistelliger Millionengewinn steht ins Haus - das eingesetzte Steuergeld hätte sich damit etwa verdreifacht. Doch damit nicht genug: Zusätzlich gewährte der Bund dem Konzern stille Einlagen von 5,7 Milliarden Euro. Zwar hat die Lufthansa diese nicht vollkommen ausgeschöpft, mit einer Verzinsung bis auf 9,5 Prozent im Jahr 2027 ist aber auch dieser Deal äußerst lukrativ für das Land.

Österreich begnügte sich mit Kredit
Österreich wählte bei „seiner“ Airline eine andere Strategie. Die schwer gebeutelte Fluglinie erhielt 150 Millionen Euro direkte Staatshilfe - diese müssen nicht zurückgezahlt werden - sowie einen Kredit von 300 Millionen Euro, der staatlich garantiert ist. Den Verzicht auf eine damit verknüpfte staatliche Beteiligung begründete Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) damit, dass Wien ohne die AUA „keine Weltstadt“ mehr wäre.

AUA baut weiter Stellen ab
Es sei nicht erste Priorität gewesen, Eigentum als Staat zu erwerben, sondern „Arbeitsplätze zu erhalten, den Standort zu sichern und auch die Umwegrentabilität zu gewährleisten“, so Blümel damals. Tatsächlich hat die Airline aber noch mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie zu kämpfen.

Gegenüber dem Vorkrisenniveau müssen im Rahmen eines Sparplans etwa noch 500 Stellen wegfallen - insgesamt verkleinert die AUA den Personalstand damit um 1350 Vollzeitstellen. Und auch finanziell sieht es nach wie vor nicht sonderlich rosig aus: Durch die zurückhaltende Reisetätigkeit war das Minus im ersten Halbjahr kaum geringer als im Jahr 2020.

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