Die neue, grüne Verkehrsressortchefin, Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou, hatte am Freitag im Rahmen der ersten rot-grünen Regierungsklausur das größte und modernste Carsharing-Projekt Europas angekündigt - inklusive gastronomischem Vergleich: "Wir alle gehen ab und zu ins Wirtshaus, um etwas zu trinken. Deswegen kaufen wir uns aber kein Wirtshaus."
"Es freut mich sehr, dass die Stadt unser Anliegen aufgenommen hat", sagte Denzel-Carsharing-Chef Fuchs am Montag. Ob das angekündigte Projekt - also eigentlich die Ausweitung des Angebots - mit Denzel Mobility CarSharing umgesetzt werde, wisse er nicht. Allerdings gibt es bereits einen weiteren Termin mit der Stadt, wie Fuchs verriet.
Schweiz als Vorbild
Denzel-Carsharing habe ein eigenes Städteentwicklungsprojekt entworfen, das nicht nur in Wien, sondern auch in anderen Kommunen verwendet werden könne, betonte Fuchs. Vorbild ist hier unter anderem die Schweiz, wo das Carsharing-Angebot etwa mit den Öffis oder der Eisenbahn vernetzt ist. Der dortige Anbieter "Mobility CarSharing Schweiz" ist inzwischen auch ein Joint-Venture Partner der Firma Denzel.
Das Stadt-Konzept sieht unter anderem einen quantitativen Ausbau vor: "Natürlich bedeutet das in erster Linie, dass es mehr Standorte gibt", so Fuchs. Wichtig sei vor allem, dass es sich um öffentliche - also gut sichtbare - Plätze handle. Zudem müsse Carsharing bekannter gemacht werden, unter anderem dadurch, dass sich die Politik zum System Carsharing bekenne und sich dafür einsetze.
100.000 potentielle Kunden in Wien
Fuchs hofft außerdem auf eine "Vorreiterrolle der städtischen Verwaltung". Was bedeutet: Das Carsharing-Auto könnte künftig auch als Dienstwagen genutzt werden.
Das Potenzial beziffert der Carsharing-Chef in Wien mit bis zu 100.000 Kunden. Derzeit sind es in der Bundeshauptstadt rund 7.000, die das 1997 ins Leben gerufene Autoteil-Angebot (damals unter der Markenbezeichnung "Easydrive", Anm.) nutzen. Rund 120 Fahrzeuge sind in Wien im Einsatz, die an etwa 50 Standorten geparkt sind. In ganz Österreich warten insgesamt fast 300 Auto auf rund 11.000 Kunden.
Ein Carsharing-Fahrzeug ersetzt vier reguläre Wägen
Würde das Angebot in Wien auf bis zu 800 Standorte ausgebaut werden, könnten es in der Hauptstadt rund 1.800 Teil-Autos werden. Mit günstigen Folgen für Umwelt und Verkehrsgeschehen, wie Fuchs versicherte. Denn ein Carsharing-Gefährt "erspare" rund vier Autos. Und noch ein weiteres Öko-Argument wird ins Treffen geführt: Ab Juni ist auch erstmals ein Elektroauto entlehnbar, und zwar am Standort Westbahnhof.
Carsharing-Autos können rund um die Uhr gebucht bzw. eingesetzt werden. Abgerechnet werden Kilometer- und Zeitkosten, der Treibstoff ist im Tarif inkludiert. Eine Online-Reservierung der Fahrzeuge ist möglich. Das Angebot reicht von Kleinwagen bis zu großen Vans. Geöffnet werden die Autos mittels einer Chipkarte.










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