Kanzler legt sich fest

Kurz: Offene Schulen und „so bald“ kein Lockdown

Politik
13.07.2021 14:59

Die scharfe Kritik der heimischen Opposition an der neuen Phase seiner Coronapolitik - Stichwort „Eigenverantwortung“ - hat den Kanzler in den USA regelrecht in Rage gebracht. Kurz wird unter anderem vorgeworfen, „die Kinder im Stich zu lassen“, weil sie (noch) nicht geimpft werden können.

Kurz legt sich fest: Einen neuen Lockdown wird es so bald nicht mehr geben und die Schulen werden im Herbst geöffnet, alles andere wäre jetzt ein „Bildungsraub“. Deshalb: „Mein klares Bekenntnis zum Präsenzunterricht.“

Warum der Öffnungskurs? „Weil durch die Impferfolge die Risikogruppen geschützt sind und Kinder nur leichte Krankheitsverläufe aufweisen. Erwachsene, die sich nicht impfen lassen, tragen allerdings auch die Verantwortung ihrer Ansteckung.“

Bundeskanzler Sebastian Kurz im Metropolitan Museum in New York (Bild: APA/BKA/ARNO MELICHAREK)
Bundeskanzler Sebastian Kurz im Metropolitan Museum in New York
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Die Ansteckungszahlen werden sehr rasch steigen, aber die Spitalsfälle um vieles weniger.

Bundeskanzler Sebastian Kurz

Überhaupt, so Sebastian Kurz, soll in Hinkunft nicht mehr die Ansteckungszahl im Mittelpunkt stehen, sondern die „Hospitalisierungszahl“, also die Belastung der Spitäler. Auch Deutschland schwenkt schon auf die neuen Parameter der Corona-Zählung um.

„Die vierte Welle wird kommen“
„Die vierte Welle wird kommen“, stellt Kurz mit Blick auf das Ausland fest. „Die Ansteckungszahlen werden sehr rasch steigen, aber die Spitalsfälle um vieles weniger. Ich will auch keine Quarantänebestimmungen mehr. Die Maßnahmen haben zwar Sinn gehabt (vor der Impfkampagne), aber aufhalten konnten sie das Virus nicht.“

Selbstverständlich werde man das Prinzip der Eigenverantwortung im Bereich von Schulen und Gesundheitseinrichtungen weiterhin an spezielle Sicherheitsstandards koppeln. Eine Impfpflicht für Personal, wie sie gerade in Frankreich beschlossen wurde, lehnt Kurz ab.

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Ich möchte nicht in einem Staat leben, der vorschreibt, wie lange ich ausgehen darf.

Bundeskanzler Sebastian Kurz

Überhaupt nimmt der ÖVP-Chef die Impferfolge („ein Gamechanger“) zum Anlass, ein glühendes Bekenntnis zur bürgerlichen Freiheit abzulegen: „Ich möchte nicht in einem Staat leben, der vorschreibt, wie lange ich ausgehen darf. Der Staat hat in den letzten eineinhalb Jahren massiv in das Leben jedes Einzelnen eingegriffen. Jetzt muss er sich wieder auf seine Kernkompetenzen zurückziehen. Ich bin froh, dass die Impferfolge die Möglichkeit bieten, diese Einschränkungen nicht mehr setzen zu müssen.“

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