Über ein Jahr lang sind Mutter und Tochter im Rahmen einer "Intensiv-Familienbetreuung" von Sozialarbeitern begleitet worden. Genutzt hat es letztlich nichts: Vor wenigen Wochen ist die Mutter abgehauen, ohne jemandem Bescheid zu sagen. Erst verspätet kam eine Nachricht, dass sie sich nicht mehr um die kleine Tochter kümmern wolle.
Die verstörte Sechsjährige wurde aus der Wohnung gerettet und in eine sozialtherapeutische Einrichtung in Moosburg gebracht. Kein Angehöriger fühlt sich für das Mädchen verantwortlich, die Mutter wird in Niederösterreich vermutet, der Vater ist unbekannt, die Oma ohne Interesse. Wie tief die seelischen Wunden des Kindes sind, kann wohl erst die Zeit weisen - es wird aber vor allem viel Liebe, Geborgenheit und psychologischen Beistand brauchen, um das verkraften zu können.
Trotz der Tragik ist ihr Schicksal nur eines von vielen Familiendramen, die sich in Kärnten täglich abspielen. Derzeit können 960 (!) Kinder nicht bei ihren Eltern sein, weil Gefahr im Verzug ist -durch Vernachlässigung, Missbrauch, Konflikte. Sozialreferent Christian Ragger: "Wir haben ein Case Management eingeführt, um jeden Fall ausführlich zu prüfen und alle Alternativen abzuchecken."
von Kerstin Wassermann, "Kärntner Krone"
Symbolbild









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