Postenschacher

Juristin sagt: „Ich lasse so etwas nicht zu!“

Die Juristin Dr. Christa Scharf wurde, wie berichtet, beim ÖVP-Postenschacher um die Leitung des Finanzamtes Braunau-Ried-Schärding im Jahr 2017 ausgebootet – und bekam kürzlich vom Bundesverwaltungsgericht vollständig Recht. Mit der „Krone“ sprach sie nun über ihren langen Kampf.

Was haben Sie empfunden, als das Urteil gekommen ist?
Genugtuung.

Was hat Sie eigentlich motiviert, diesen ziemlich langen Weg so konsequent zu gehen?
Ich war mir absolut sicher, dass es für mich positiv ausgehen MUSS.

Warum?
Naja, diese ganze Vorgangsweise bei dieser Besetzung. Ich meine, wenn man da alles zusammenzählt, ist ja klar, was da vorgefallen ist. Im Gutachten der Bundesgleichbehandlungskommission (vom 23. 7. 2018) wird ja festgestellt, dass ich in allen drei Punkten, die möglich sind (Geschlecht, Alter, Weltanschauung) diskriminiert wurde. Da habe ich gesagt: Das lasse ich nicht zu, dass das so ung’schaut passiert.

Haben Sie diese Dinge klar benannt und etwa von ÖVP-Postenschacher gesprochen?
Ich habe es damals (am 14.…6. 2017) schon in meinen Antrag zur Gleichbehandlungskommission reingeschrieben: Es waren lauter ÖVP-nahe Personen, die auch in Funktionen dort tätig waren bzw. noch sind, die in der Bestellungskommission gesessen sind. Und ich habe es die ganze Zeit vorher schon gespürt, dass ich nicht erwünscht war.

Was erwarten Sie nun? Eine Entschuldigung zumindest?
Ich kann mir das nicht vorstellen. Der Zuständige war sogar zu feige, mir zu sagen, dass ich es nicht geworden bin. Also da kommt sicher nichts.

Wie war dann die Zusammenarbeit mit dem statt Ihnen bestellten Leiter? Hat er irgendwie triumphiert?
Das nicht. Erstens war er eh fast nie da, von Schwarzenberg nach Braunau oder Ried und Schärding ist es weit. Also wir haben nicht viel Kontakt gehabt. Ich habe meine Arbeit weiter so gemacht wie vorher, ich hab’ da nichts anbrennen lassen.

Sie sind jetzt ein Jahr in Pension. Haben Sie ihren ehemaligen Mitarbeitern schon von diesem Urteil erzählt?
Ja, einigen. Und die geben mir alle voll Recht, dass ich das getan habe, denn es war für alle unverständlich.

Werner Pöchinger
Werner Pöchinger
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Mittwoch, 22. September 2021
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