Grenzüberschreitend

Schloss Kittsee soll bis 2013 Privatuni werden

Burgenland
09.02.2011 14:54
Ab Februar wird im Burgenland eine neue grenzüberschreitende wissenschaftliche Einrichtung ihre Arbeit aufnehmen: Im Schloss Kittsee werden die Budapester Corvinus-Universität, die Sigmund Freud Privatuniversität Wien und das Budapester Management College gemeinsam zu den Themen Sicherheit, Infrastruktur, Gesundheit und öffentliche Verwaltung lehren und forschen. Landeshauptmann Hans Niessl sprach bei der Präsentation am Mittwoch von einer "Einrichtung, die weit über die Landes- und Staatsgrenzen ausstrahlt".

Die Initiative für dieses laut Niessl erste grenzübergreifende Universitäts-Projekt zwischen Österreich und Ungarn war in der Europäischen Akademie Wien (EA-W) entstanden, es soll von der EU gefördert werden. Der erste Masterlehrgang an der "Danube Excellence/DX - Danube Trinity Kittsee/DTK" (DX-DTK) soll "nach sehr langen und guten Vorbereitungen" laut Niessl am 15. Februar beginnen, bis zum Wintersemester 2013 soll aus dem "Forschungscluster" formal eine Privatuniversität werden.

Land müsse Forschungsquote steigern
Die Adaptierung des laut Niessl "mehr als in die Jahre gekommenen" Schloss Kittsee wird 1,6 Millionen Euro kosten, ein guter Teil davon soll über EU-Förderungen finanziert werden. Niessl begründete die Unterstützung für diese nach der Friedensuniversität auf Burg Schlaining zweite Uni im Burgenland damit, dass das Land in den nächsten Jahren massiv auf Forschung, Entwicklung und Innovation setzen und seine Forschungsquote steigern müsse, um gut ausgebildete Leute halten zu können.

"Akademisierung der Sicherheit"
Inhaltlicher Schwerpunkt der DX-DTK ist die "Akademisierung der Sicherheit". Beim als ersten Studium startenden Masterlehrgang Sicherheitsökonomie sollen Einsatzkräfte in Sicherheitsfragen wissenschaftlich aus- und weitergebildet werden. Die Kosten für ein Studium an der DX-DTK liegen zwischen 3.500 und 4.000 Euro pro Semester.

Auftrag der EU an die DX-DTK war es, die Ausbildung von "First Respondern", also Polizei, Feuerwehr, Rettung, Zivilschutz etc., zu standardisieren, so der frühere Wiener Polizeipräsident und EA-W-Vizepräsident Günther Bögl. So sollen Einsatzkräfte etwa nach einem Terroranschlag nach wissenschaftlich durchdachten und evaluierten Methoden vorgehen können. "Auch die Gegenseite arbeitet mit wissenschaftlichen Erkenntnissen."

Uni "in Ruhe wachsen lassen"
Gründungsrektor der DX-DTK soll der Psychologe Giselher Guttmann sein, der auch schon Gründungsdekan der Sigmund Freud Privatuniversität war. Er sieht die große Breite der Themen, die an der DX-DTK angeboten werden sollen, als etwas Positives. "Wesentlicher Fortschritt entsteht in diesem Niemandsland" zwischen den Fachgebieten, betonte er.

Da die geplanten Studien an der neuen Uni eine stark humanwissenschaftliche Komponente hätten, könne die SFU "sicher einen wesentlichen Beitrag leisten", so Guttmann. Das konkrete Angebot der DX-DTK lässt er vorerst offen. "Ich bin glücklich, dass wir nicht ein Endprodukt am Reißbrett entworfen haben. Ich glaube an die Evolution." Er wolle die Uni "in Ruhe wachsen lassen".

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