18.06.2021 15:07 |

Experiment in China

Forscher ließen Rattenmännchen Nachwuchs austragen

Unfassbar, welches Experiment chinesische Forscher durchgeführt haben: Ihnen ist es gelungen, dass männliche Ratten Nachwuchs austragen. Dazu nähten sie das Tier in Frankenstein-Manier seitlich an ein weibliches Exemplar, damit diese einen gemeinsamen Blutkreislauf haben. Dann wurde der männlichen Ratte eine Gebärmutter sowie ein befruchteter Embryo eingesetzt. Der Erfolg dieser so herbeigeführten Schwangerschaften hielt sich allerdings in Grenzen - von 280 Embryonen, die in 46 männliche Ratten implantiert wurden, überlebten nur zehn.

Das Experiment wurde an der Naval Medical University in Shanghai durchgeführt - die Forscher versprechen sich davon „einen tiefgreifenden Einfluss auf die Fortpflanzungsbiologie“, führten aber nicht aus, was ihre Methode für den Menschen bedeuten könnte.

Für die männliche Schwangerschaft war sehr viel Vorarbeit nötig. So wurde zuvor eine männliche und eine weibliche Ratte seitlich zusammengenäht, sodass beide Körper gemeinsam das Blut teilen. Danach wurde dem Männchen eine Gebärmutter und Embryonen eingesetzt. Auch das Weibchen war zu dem Zeitpunkt trächtig.

Kaiserschnitt nach einer Tragezeit von drei Wochen
Nach einer Tragezeit von 21,5 Tagen wurde schließlich ein Kaiserschnitt durchgeführt. Aus 27 Embryos, die sich in den männlichen Ratten entwickelt hatten, überlebten zehn die Prozedur und erreichten das Erwachsenenalter. Die Wissenschaftler erklärten, dass diese keinerlei Schäden an Herz, Lunge oder Leber hätten, außerdem seien sie in der Lage, sich selbst fortzupflanzen.

Die Forscher fanden heraus, dass die Embryonen, die lebensfähig waren, alle dem Blut der ebenso trächtigen Weibchen ausgesetzt worden waren. Um diese These zu belegen, wiederholten sie die Prozedur, doch setzten diesmal keine Embryonen in das verbundene Weibchen. Dabei kam kein lebensfähiger Nachwuchs zustande.

Forscher: „Bisher wurde noch nie männliche Schwangerschaft erreicht“
Obwohl die Erfolgsrate relativ gering war, sind die Wissenschaftler dennoch stolz auf ihre Arbeit: „Nach unserem Kenntnisstand wurde bisher noch nie darüber berichtet, dass bei Säugetieren eine männliche Schwangerschaft erreicht werden konnte“, heißt es in der Zusammenfassung des Forschungspapiers.

Tierschutzorganisation: „Frankenstein-Wissenschaft"
Die Tierschutzorganisation Peta fand indessen deutliche Worte, was sie von derartigen Experimenten hält: „Das chirurgische Verbinden zweier sensibler Ratten - die Verstümmelung und wochenlanges Leiden ertragen mussten - ist unethisch und gehört in den Bereich der Frankenstein-Wissenschaft“, so die leitende Beraterin für Wissenschaftspolitik, Emily McIvor, gegenüber „Daily Mail“.

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