Die Unterstützungen für Vereine im migrantischen Bereich wird von den Rathaus-Blauen insgesamt in Frage gestellt, wie Lasar betonte: "Wir lehnen fast alle Vereinsförderungen ab." Bei den betroffenen Organisationen handle es sich oft nur um "Kaffeekränzchen", in denen keine Integration stattfinde, sondern in denen "maximal eine Parallelgesellschaft entsteht". Lasar: "Hier findet weder ein Deutschkurs statt noch sonst irgendetwas."
Versäumnisse der Integrationspolitik
"Wir wollen natürlich Integration", versicherte Lasar. Zuwanderer müssten jedoch die deutsche Sprache erlernen - und zwar in Einrichtungen, wo dies tatsächlich ermöglicht werde, also etwa den Volkshochschulen und nicht in den von der Stadt subventionierten Vereinen. Unter den Versäumnissen der Integrationspolitik der vergangenen 20 Jahre leiden nicht zuletzt die Migranten selbst, also etwa die Jugendlichen, zeigte sich Lasar überzeugt.
Der 58-jährige FP-Politiker übt ein Amt aus, das es in dieser Form nur in Wien gibt: Als "nicht amtsführender" Stadtrat darf er als Vertreter der Opposition zwar an den Sitzungen des Stadtsenats teilnehmen, eine Geschäftsgruppe steht ihm jedoch nicht zu. Lasar findet es durchaus schade, dass die Freiheitlichen nicht mitregieren: "Ja, sicher hätten wir auch gerne Regierungsverantwortung übernommen." Die SP habe sich mit den Grünen jedoch das "schwächste Glied" als Partner ausgesucht.
"Damalige" FPÖ mit "heutiger" nicht vergleichbar
Eine Regierungsbeteiligung wäre inzwischen, so versicherte Lasar, keine Gefahr für die Stabilität der Partei. Dass es neuerlich eine Spaltung - wie im Bund - geben könnte, damit sei nicht zu rechnen: "Sie können die damalige Partei mit der heutigen nicht vergleichen. Im Jahr 2000 war das eine Verschüsselung, nichts anderes." In dieser Zeit habe es unter anderem hohe Zuwanderungsraten gegeben. Dies sei einer der Punkte gewesen, "wo wir gesagt haben, das tragen wir nicht mehr mit".
Seine Kritik an der SP und ihr Verhältnis zum Islam hält Lasar, der auch schon als "Vorzeigejude" der FPÖ bezeichnet wurde, aufrecht, wie er erklärte. Er hat wiederholt die Teilnahme des roten Gemeinderats Omar Al-Rawis an einer Demonstration nach dem Angriff der Israelis auf die Gaza-Flotte kritisiert. Dort, so berichtete Lasar, seien Transparente geschwenkt worden mit der Aufschrift: "Hitler wach auf." Dazu vermisse er Worte des Bürgermeisters, des Kanzlers oder vielleicht des Bundespräsidenten. Lasar fordert zudem eine Anwendung des NS-Verbotsgesetzes.
"Wir sind eingeladen worden, wie auch andere"
Kein Verständnis hat der Neo-Stadtrat für Kritik an der jüngsten Israel-Reise der FPÖ: "Wir sind eingeladen worden, wie auch andere Rechtsparteien, nach Israel zu kommen." Man habe Städte besucht, die unter ständigem Beschuss der Hamas stünden: "Wir wollten uns selbst von der Situation überzeugen." Wortmeldungen aus der IKG, wonach der Besuch als "zynisch" zu bewerten sei, weil die FPÖ Verbindungen zu rechtsextremen Kreisen unterhalte, hält Lasar für "entbehrlich": "Ich wüsste nicht, was an dieser Reise zynisch war."
In der FPÖ habe er noch keine Erfahrungen mit Antisemitismus gemacht, beteuerte er. Zur damaligen Debatte um die blaue Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz und ihren umstrittenen Aussagen zur NS-Vergangenheit meinte Lasar: "Sie hat eine Erklärung unterschrieben und ich glaube, das war genug."
"Es gibt in Wien so viel zu tun. Hier bin ich zu Hause"
Für die Zukunft hält Lasar jedenfalls eine Regierungsbeteiligung der FPÖ für realistisch - nämlich im Bund. Ob er sich selbst vorstellen könne, dorthin zu wechseln? Dies sei derzeit kein Thema, versichert Lasar: "Es gibt in Wien so viel zu tun. Hier bin ich zu Hause." Neben dem Schwerpunkt Integration will der FPÖ-Stadtrat sich auch weiterhin dem Thema Gesundheit widmen - und dabei unter anderem die Praxis bei der Vergabe von Aufträgen, etwa im AKH, zum Thema machen, wie er ankündigte.










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