Auf Corona-Station

Krankenpfleger: „Ich sah viele Väter sterben“

Salzburg
13.06.2021 10:00

Die vergangenen Monate - sie waren wahrscheinlich die psychisch und körperlich forderndsten, die Martin Sedlmeyer in seinen Beruf je erlebt hat. Denn der 36-Jährige ist Krankenpfleger in einer Corona-Station. Unzählige Dramen musste er bei seiner Arbeit im Uniklinikum Salzburg mitansehen.

„Wenn sich der Zustand von Covid-Patienten, manchmal innerhalb weniger Stunden, drastisch verschlechterte – und sie in der Folge mitunter keine Chance mehr hatten, den Kampf gegen das Virus zu gewinnen“, erzählt Sedlmeyer von Erlebtem. Viele Väter seien unter den Sterbenden gewesen, ältere und jüngere; an ihren Krankenbetten hätten sich oft fürchterliche Szenen abgespielt: „In den Stunden, in denen ihre Frauen, Kinder und Enkel zu ihnen kamen – um von ihnen Abschied zu nehmen.“

Wie mit solchen Erlebnissen fertig werden? „Indem im Kollegenkreis darüber gesprochen wird. Denn über schreckliche Dinge zu reden ist immer besser, als sie in sich ,hineinzufressen‘.“

„Hatte Angst, meine Familie anzustecken“
Zusätzlich zum Stress in den Diensten kam auch privater hinzu: „Ich habe eine eineinhalbjährige Tochter, meine Frau ist gerade mit unserem zweiten Kind schwanger, und natürlich war stets die Angst in mir, Covid nach Hause zu tragen.“ Eine Sorge, die geblieben ist, trotz Impfung: „Weil ich ja weiß, dass ich dennoch weiterhin Überträger sein kann.“

Wie Martin Sedlmeyer den Vatertag verbringt? „Ganz ruhig. Ich will bloß faulenzen und mit meiner Familie einen kleinen Spaziergang machen.“

Martina Prewein
Martina Prewein
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