23.05.2021 13:08 |

Wetterumschwung fatal

21 Tote bei Ultramarathon-Katastrophe in China

Eine der schlimmsten Sportkatastrophen aller Zeiten ereignete sich am Samstag in China. Mindestens 21 Teilnehmer eines 100-Kilometer-Ultramarathons im Nordwesten Chinas sind bei einem extremen Unwetter ums Leben gekommen. Acht weitere Teilnehmer des Ultramarathons in der Touristenattraktion des Steinwalds am Gelben Fluss in Baiyin wurden zur Behandlung in Krankenhäuser gebracht. Der Marathon führte in der Provinz Gansu am Samstag über Berge durch unwegsames Gelände. Unter den Opfern findet man auch den Namen von Jing Liang, der einer des besten Ultramarathonläufer des Landes war. Er wurde nur 31 Jahre alt.

Die 172 Teilnehmer erlebten aber etwa 20 bis 30 Kilometer nach dem Start einen schweren Wetterumschwung mit Eisregen, Hagel und Sturmböen. 151 Teilnehmer sind mittlerweile in Sicherheit. Für 21 kam jede Hilfe zu spät. Die Temperaturen sanken innerhalb kürzester Zeit drastisch. Der Sturm habe selbst wärmende Decken aus mitgeführter Notfallausrüstung der teils nur in Shorts und T-Shirts bekleideten Läufer einfach weggeweht.

Unter den Opfern ist auch der Mann, der alle drei bisherigen Ausschreibungen hier gewonnen hatte: Jing Liang. Er war einer des besten chinesischen Läufer in dieser Disziplin. Er wurde nur 31 Jahre alt.

„Kommt in die Berge, um die Leute zu retten“
Viele Läufer verirrten sich in dem steilen Gelände, brachen unterkühlt und entkräftet zusammen. Über Handy riefen Teilnehmer verzweifelt um Hilfe. „Kommt in die Berge, um die Leute zu retten!“, schrieb einer in einer Textnachricht. „Zu viele frieren und haben sich verlaufen.“ „Eine Läuferin leidet unter Unterkühlung und kann sich nicht mehr bewegen.“ Auch wurde berichtet: „Einige sind bewusstlos.“

Verschollene und Bewusstlose
„Wir sind in einer Schlucht“, schrieb ein anderer. „Eine Läuferin leidet unter Unterkühlung und kann sich nicht mehr bewegen.“ Auch wurde berichtet: „Einige sind bewusstlos“. In den Hilferufen hieß es zudem: „Es ist tragisch“ und „Kommt so schnell wie möglich!“ oder „Der Wind ist zu stark“. Die lokalen Behörden brachen den Marathon ab und organisierten eine Rettungsaktion mit 1.200 Helfern, die über Nacht bis Sonntag dauerte, wie Staatsmedien meldeten.

Schwierige Suche
Die Suche war in dem unwegsamen, bis zu 2.000 Meter hohen Gelände sehr schwierig. Nur die ersten 24 Kilometer der Laufstrecke seien mit dem Auto befahrbar gewesen. Auch fielen die Temperaturen über Nacht noch einmal weiter. Es seien Drohnen mit Wärmesensoren eingesetzt worden, um Vermisste aufzuspüren, hieß es in Staatsmedien. Läufer, die von den Bergen zurückkamen, berichteten, dass nahe des zweiten Checkpoints plötzlich Eisregen niedergegangen und starker Wind aufgekommen sei. Einige weinten erschüttert und berichteten, erschöpfte Läufer auf dem Boden liegen gesehen zu haben.

Die Temperaturen waren auf fast Null Grad gefallen, obwohl das Rennen am Morgen bei sonnigem Wetter gestartet war, wie ein Teilnehmer der Zeitung „The Paper“ berichtete. Der Wetterbericht habe keinen starken Rückgang der Temperaturen vorhergesagt. Nur wenige hätten Kleidung für kaltes Wetter eingepackt, um Gewicht zu reduzieren. Obwohl die Organisatoren die Läufer verpflichtet hätten, kleine Wärmedecken für den Notfall mitzunehmen, habe es nicht genug gegeben.

Suche in unwegsamem Gelände schwierig
Die lokalen Behörden brachen den Marathon ab und organisierten eine Rettungsaktion mit 1200 Helfern, die über Nacht bis Sonntag dauerte. Die Suche war in dem unwegsamen, bis zu 2000 Meter hohen Gelände sehr schwierig. Nur die ersten 24 Kilometer der Strecke sind auch mit dem Auto befahrbar. Läufer, die von den Bergen zurückkamen, berichteten, dass nahe des zweiten Checkpoints plötzlich Eisregen niedergegangen und starker Wind aufgekommen sei. Einige weinten erschüttert und berichteten, erschöpfte Läufer auf dem Boden liegen gesehen zu haben.

Kommission soll Vorfälle untersuchen
Die Provinzregierung setzte eine Sonderkommission ein, die die Vorfälle untersuchen soll. „Als Organisatoren der Veranstaltung fühlen wir uns zutiefst schuldig und machen uns Vorwürfe“, sagte Zhang Xuchen, der Bürgermeister von Baiyin, auf einer Pressekonferenz. „Wir sprechen den Opfern und ihren Familien unser tiefes Mitgefühl aus.“ Die Suche sei am Sonntagmorgen abgeschlossen worden. Alle Vermissten seien gefunden worden. 151 Teilnehmer des Marathons seien in Sicherheit.

Der 100 Kilometer lange Bergmarathon in der malerischen Touristenregion wird zusammen mit zwei kürzeren Cross-Country-Läufen bis 21 Kilometer seit vier Jahren jährlich veranstaltet.

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