03.05.2021 20:43 |

„Absolute Rarität“

Frau lief nach Corona-Test Hirnwasser aus der Nase

Es klingt wie ein Corona-Albtraum: Eine Deutsche erleidet durch den Nasenabstrich während eines Corona-Tests eine Schädelverletzung - Hirnwasser läuft der nichtsahnenden, aber von Schmerzen geplagten Frau in der Folge wochenlang aus der Nase. Sie musste schließlich operiert werden, der behandelnde Mediziner spricht von einer „absoluten Rarität“.

Einer Arztpraxis aus dem Landkreis Osnabrück war bereits im Jänner ein Fehler beim Corona-Schnelltest einer Frau unterlaufen, der unangenehme Folgen hatte, wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ berichtete. Demnach soll beim Nasenabstrich ein falscher Kanal in der Nase der Frau vom medizinischen Personal gewählt worden sein. Statt Richtung Ohr wurde das Stäbchen Richtung Gehirn geschoben. Wochenlang lief der Frau daraufhin klare Flüssigkeit aus dem Kopf, sie klagte auch über Schmerzen.

Bei einer Untersuchung im März stellte sich schließlich heraus: Die Flüssigkeit war Hirnwasser. Bei weiteren Untersuchungen wurde eine Verletzung am Schädelbasisknochen diagnostiziert, verursacht offenbar durch die falsche Anwendung des Abstrichtupfers. Zunächst versuchten Ärzte das Loch im Schädelknochen der Frau durch einen Gaze-Streifen wieder abzudichten. Doch ohne Erfolg - weiterhin floss Hirnwasser aus der Nase.

Gefährliche Verletzung, aber „absolute Rarität“
Im April konnte das Loch im Inneren ihres Kopfes dann geschlossen werden. Dazu war jedoch eine 90-minütige Operation notwendig. Wie Professor Dr. Konrad Sommer, Chefarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Marienhospital Osnabrück gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erklärte, sei dies eine „absolute Rarität“. Unter Millionen Tests komme dies so gut wie nie vor, so der Mediziner. Aber auch wenn es sich um eine Seltenheit handelt, könne eine solche Verletzung sehr gefährlich werden, so Sommer. Dem Arzt zufolge könne sie im äußersten Fall sogar zu lebensbedrohlichen Infektionen führen.

Die Frau aus Osnabrück muss nach der Operation weiter regelmäßig zur Kontrolle zum Arzt gehen, um Folgeschäden der Verletzung auszuschließen. Gegenüber dem Lokalblatt zeigte sie sich aber kämpferisch: „Es ist halt passiert, ich muss da jetzt durch“.

Harald Dragan
Harald Dragan
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