01.05.2021 11:55 |

Kampf gegen das Virus

Corona-Überlebende (94) spricht Erkrankten Mut zu

Eugenie Häusle aus dem Vorarlberger Nenzing ist eine „Steh-auf-Frau“. Viele Schicksalsschläge prägten sie während ihres langen Lebens. Nun hat sie - im Alter von 94 Jahren - eine Covid-19-Erkrankung überstanden. Anderen Erkrankten will sie Mut zusprechen, sagte sie „Krone“-Redakteurin Sandra Nemetschke im Interview.

Krone: Frau Häusle, wie haben Sie die Erkrankung erlebt?
Eugenie Häusle: Vergangenes Jahr im Februar ist mein Mann gestorben. Wir waren 67 Jahre verheiratet. Im Herbst kam dann auch noch das Coronavirus dazu. Wir wissen bis heute nicht, wo ich mich angesteckt habe, weil ich eigentlich nur Zuhause gewesen bin. Ich war ganz schwach und konnte nicht mehr aus dem Bett aufstehen.

Wie und wo wurden Sie dann behandelt?
Ich bin ins Spital nach Bludenz gekommen. Ich konnte zwei Wochen lang nichts essen und trinken, weil mein Mund ganz offen war. In diesem Moment hatte ich bereits mit meinem Leben abgeschlossen und dachte: „Jetzt ist es fertig.“ Besonders schlimm war es, dass mich meine Familie nicht besuchen und noch ein letztes Mal sehen durfte. Ich habe sicher 15 Kilo abgenommen und nur geschlafen. Ich war so müde. Als dann eines Tages der Oberarzt zu mir gesagt hat: „Frau Häusle, ich sehe, sie haben Heimweh, sie können jetzt wieder ohne Gerät atmen“, war ich sehr erleichtert, dass ich es doch noch geschafft hatte. Wenn ich es mit 94 schaffe, dann schaffen es andere auch. Bleibt stark!

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Wenn ich es mit 94 schaffe, dann schaffen es andere auch. Bleibt stark!

Eugenie Häusle

Konnten Sie danach schon wieder nach Hause?
Nein, ich war noch drei Monate im Pflegeheim in Nenzing. Ich habe mich sehr gut aufgehoben gefühlt. Die Pflegerinnen waren so fürsorglich. Auch mein Arzt kam ständig, um nach meinen Werten zu schauen. Es ging nach und nach bergauf. Dann wurde ich zweimal geimpft und ich habe die Impfung als 94-Jährige gut vertragen.

Wie geht es Ihnen heute?
Es braucht schon Kraft, weil ich müde bin. Ab und zu muss ich mich hinlegen, aber danach bin ich fit. Ich bin wieder am Stricken und hoffe, dass ich noch ein paar schöne Jahre habe. Besonders danken will ich auch meiner Familie - meinen drei Töchtern -, die immer auf mich geschaut haben. Ohne sie wäre ich nie mehr auf die Beine gekommen!

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