Nicht sicher genug

Risiko für Atomunfälle weiter deutlich gestiegen

35 Jahre nach Tschernobyl ist die Gefahr einer weiteren nuklearen Katastrophe größer denn je. Zu diesem Entschluss sind 15 namhafte Experten gekommen, die im Auftrag der Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg die Risiken von Laufzeitverlängerungen alter Kernreaktoren untersucht haben.

„Das Risiko schwerer Atomunfälle steigt durch den Betrieb alter Reaktoren deutlich an“, schrillen bei Oberösterreichs Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) die Alarmglocken. 15 renommierte Experten weisen in einer aktuellen Studie darauf hin, dass die Nachrüstungen der Altanlagen nicht dem für Neubauprojekte geforderten Sicherheitsniveau entsprechen.

Generell besteht ein unzureichender Schutz gegen neue Risiken, insbesondere durch äußere Einwirkungen und gemeinsam auftretende Ereignisse wie etwa bei Erdbeben, Flugzeugabstürzen oder Überschwemmungen.

„Kann niemals Klimaschutz sein“
Die Studie widerlegt eindeutig Berichte darüber, dass die Atomenergie als nachhaltig und ungefährlich eingestuft werden kann. „Atomkraft kann niemals Klimaschutz sein“, stellt auch LH Thomas Stelzer (ÖVP) klar. Er untermauert zum 35. Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl in einer Fünf-Punkte-Erklärung seine Forderung nach einem Ausstieg aus der Atomenergie. „Alle EU-Subventionen, die dem Bau oder Ausbau von Atomkraftwerken zugutekommen, müssen gestoppt werden“, appelliert der Landeshauptmann. Weiters dürfe es keine Anerkennung der Atomenergieproduktion als nachhaltige Investition im Sinne von Klima- oder Umweltschutz geben.

Klares Nein zur Gefahr vor unserer Haustüre
Notwendig sei ein Klima-Bonus der EU für Vorzeige-Staaten bei der Nutzung erneuerbarer Energie. Laufzeitverlängerungen und Ausbauvorhaben der beiden Reaktoren Temelín und Dukovany nahe OÖ lehnt Stelzer ab. Auch ein Atommüllendlager in Bayern kommt für ihn nicht in Frage.

Mario Zeko
Mario Zeko
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Mittwoch, 22. September 2021
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