15.04.2021 14:04 |

Kanzlerkandidaten-Kür

Unterstützung für Laschet in eigener CDU schwindet

Auch wenn die beiden Unionsparteien in Deutschland einen gemeinsamen Kanzlerkandidaten für die Bundestagswahl im Herbst aufstellen möchten, ist der Machtkampf zwischen CDU-Chef Armin Laschet und dem CSU-Vorsitzenden Markus Söder voll entbrannt. Die beiden Spitzenpolitiker haben sich vor wenigen Tagen den Rückhalt ihrer Parteigremien geholt. Doch die Solidarität scheint zu bröckeln. Erstmals hat ein CDU-Ministerpräsident eine Entscheidung anhand der Popularitätswerte vorgeschlagen.

„Leider geht es jetzt nur um die harte Machtfrage: Mit wem haben wir die besten Chancen?“, sagte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff am Donnerstag dem deutschen Nachrichtenmagazin „Spiegel“. CDU-Präsidiumsmitglied Haseloff ist der erste Ministerpräsident seiner Partei, der sich in diese Richtung äußert. Dabei gehe es nicht um persönliche Sympathie, Vertrauen oder Charaktereigenschaften, so Haseloff in der Vorabmeldung des „Spiegels“. Aber „es hilft nichts, wenn jemand nach allgemeiner Überzeugung absolut kanzlerfähig ist, aber dieses Amt nicht erreicht, weil die Wählerinnen und Wähler ihn nicht lassen.“

Umfragen sehen Söder als Kanzlerkandidat
Die Beliebtheitswerte der beiden Kontrahenten sprechen seit Wochen eine eindeutige Sprache. Aktuellen Umfragen zufolge hätte Söder in einer Kanzler-Direktwahl mit Abstand die besten Erfolgsaussichten aller Kandidaten. Laschet hingegen wäre weit abgeschlagen.

In der CDU wird zudem der Ruf lauter, die Frage der Kanzlerkandidaten notfalls in der Fraktion zu entscheiden. „Wenn sich Armin Laschet und Markus Söder bis zum Wochenende nicht über die Kanzlerkandidatur einigen, müssen wir in der Fraktionssitzung am Dienstag darüber abstimmen“, fordert der Hamburger CDU-Landeschef Christoph Ploß. Die Bundestagsfraktion sei „das einzige gemeinsame Gremium von CDU und CSU“.

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