13.04.2021 06:00 |

Andreas Hanger (ÖVP)

Vom Hinterbänkler zum neuen türkisen Scharfmacher

Noch vor zwei Wochen war Andreas Hanger allenfalls Politik-Insidern ein Begriff. Und plötzlich reitet er als ÖVP-Frontmann Attacken gegen die Opposition, diskutiert live in der „ZiB 2“ und rückt gegen den Koalitionspartner aus. Die Geschichte eines rasanten Aufstiegs.

Es begann mit einem fünfminütigen Interview auf PULS 24 vor gerade einmal zwei Wochen, rasch aufgenommen auf den Gängen des Parlaments während einer Plenarsitzung: Andreas Hanger, seit 2013 ohne größeres Aufsehen Nationalratsabgeordneter und derzeit „Ehrenamts-Sprecher“ der ÖVP, wurde als Mitglied im Rechnungshof-Unterausschuss zum Impf-Streit befragt – und übte harte Kritik an der Opposition.

Sobotka ist Hangers „Mentor“
Das gefiel auch der türkisen PR-Abteilung; und da die ÖVP ob Postenschacher-Vorwürfen und U-Ausschuss-Dauerbeschuss ohnehin einen Frontsoldaten gegen die Opposition gesucht hatte, war die Basis für einen rasanten Aufstieg des Niederösterreichers gelegt. Denn kurz darauf verletzte sich auch noch Wolfgang Gerstl, glückloser ÖVP-Abwehrkämpfer im Ibiza-U-Ausschuss, beim Skifahren schwer. Hanger übernahm, seinen bisherigen Job als Vorsitz-Vertreter Wolfgang Sobotkas gab er ab. Den Nationalratspräsidenten bezeichnet der Vater der ÖH-Chefin übrigens als „Mentor“, die beiden kommen aus demselben Wahlkreis.

Hanger im Angriffsmodus unterwegs
Und Hangers erste Tage als Frontmann hatten es in sich: Live in der „ZiB 2“ duellierte er sich mit SPÖ-Mann Jan Krainer; im U-Ausschuss kritisierte er NEOS und SPÖ ohne Unterlass, forderte gar Krainer und die pinke Abgeordnete Stephanie Krisper zum Rücktritt auf. Der vorläufige Gipfel: Am Wochenende attackierte der 52-Jährige selbst den Koalitionspartner frontal und warf Grün „Postenversorgung“ vor, um die ÖVP-Spitze aus der Chat-Schusslinie zu bringen.

Seine prominentere Rolle soll Hanger nun auch nach Gerstls Rückkehr behalten, hört man aus der ÖVP. Die Marschroute ist klar, sagt Hanger zur „Krone“: „Wir werden die Arbeit im U-Ausschuss jetzt offensiver anlegen, denn das wurde ja zum reinen Unterstellungsausschuss.“

Klaus Knittelfelder
Klaus Knittelfelder
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