Im Porträt

Ein Leben voller Vielfalt und Neugierde

Vorarlberg
05.04.2021 13:55
Porträt von Raimund Jäger
Von Raimund Jäger

Vielseitigkeit, Neugier, Engagement und Empathie zeichnen Daniela Egger aus - sei es als Autorin, als Kulturvermittlerin oder als Leiterin der „Aktion Demenz“.

Schon früh eine begeisterte Leserin („Zu Hause liefen elektronische Lärmquellen, während ich Bücher verschlang“) und im Schulbetrieb unglücklich („Bei mir hieß es damals im Gymnasium: Matura oder Punk-Styling“) zog Daniela Egger mit 15 nach Wien, um in Hetzendorf Modedesign zu studieren. „Diese Schule war eine Offenbarung, weil man auf die Talente statt auf Defizite achtete“, erinnert sich die Hohenemserin.

Flugbegleiterin bei einem Scheich
Auch ihrer ausgeprägten Reiselust gab sie viele Jahre nach - durch Zufall wurde sie gar Flugbegleiterin im Privatjet eines Scheichs: „Das war eine schöne Zeit, meistens. Manchmal war es auch prekär, etwa in den letzten Monaten eines afrikanischen Diktators, der mit uns am Ende auch ins Exil geflogen ist.“ Ihre oft skurrilen Erlebnisse („Für den Sprössling eines Königshauses mussten wir extra Eiscreme einfliegen“) schrieb sie später in ihrem Buch „Der Steward hätte die Tür nicht öffnen dürfen“ nieder.

Engagement und Empathie
Ansonsten sind ihre Aktivitäten mehr von Engagement und Empathie, denn von Glamour geprägt. Das gilt für ihr künstlerisches Schaffen - erst jüngst lief am Landestheater ihr hochpolitisches und brandaktuelles Klimastück „Who cares? Welche Krise?“ - genauso wie für ihre Tätigkeiten hinter den Kulissen. So gründete sie mit drei anderen die Zeitschrift „Miromente“ und schuf ein dringend benötigtes Medium für die heimische Literaturszene. Einen ebenso wichtigen Akzent setzt sie aktuell mit dem Aufbau eines Literaturhauses für Vorarlberg in der Hohenemser Villa Rosenthal. Mit dem Projekt ist der Verein „literatur:vorarlberg netzwerk“ beauftragt worden, mit Geschäftsführerin Frauke Kühn trägt Daniela Egger als Obfrau die Verantwortung.

Menschen mit Demenz Gehör verschafft
Und schließlich übernahm sie 2012 die Projektstelle „Aktion Demenz“ deren Kernaufgabe es ist, „eine sehr stigmatisierte Krankheit so in die Öffentlichkeit zu tragen, dass es für betroffene Familien leichter wird, am öffentlichen Leben teilzunehmen“. Über die Jahre hat sie es geschafft, das einstige Tabuthema einer breiten Öffentlichkeit näherzubringen, zudem hat sie den Betroffenen selbst eine Stimme gegeben.

Zitat Icon

Der Umgang mit Kunst und Kultur während der Pandemie zeichnet ein deutliches Bild unserer Führungselite. Dass Kulturschaffende weniger Präsenz haben als etwa Seilbahnbesitzer, ist beschämend - aber das war es auch vor Corona schon. Und beschämend ist auch der Umgang mit Menschen auf der Flucht

Daniela Egger

Ein miserables Zeugnis
Das vergangene Jahr war für Daniela Egger an allen „Fronten“ ein außergewöhnliches, dem Krisenmanagement der Bundesregierung stellt sie ein miserables Zeugnis aus: „Der Umgang mit Kunst und Kultur während der Pandemie zeichnet ein deutliches Bild unserer Führungselite. Dass Kulturschaffende weniger Präsenz haben als etwa Seilbahnbesitzer, ist beschämend - aber das war es auch vor Corona schon. Und beschämend ist auch der Umgang mit Menschen auf der Flucht.“

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