09.03.2021 10:12 |

Laut EU-Bericht

Deutschland „Hauptziel russischer Desinformation“

Russland betreibt einem EU-Bericht zufolge eine systematische und umfassende Desinformationskampagne gegen Deutschland. „Kein anderer EU-Mitgliedstaat wird so heftig durch Desinformation angegriffen wie Deutschland“, heißt es in der Untersuchung einer Task Force des Auswärtigen Dienstes der EU.

Der EU-Report spreche von Deutschland als „Hauptziel russischer Desinformation“ und beschreibe eine systematische Kampagne, die sowohl auf formeller politischer Ebene als auch durch regierungsnahe Pro-Kreml-Medien ausgeführt werde, zitierten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Sie soll Unsicherheit schaffen und Zwietracht säen, den russischen Offiziellen Spielraum verschaffen“, heißt es zur Begründung.

In Nachrichten regierungsnaher Medien werde beispielsweise unterstellt, deutsche Behörden hätten der Ehefrau von Nawalny, Julia Nawalnaja, bei ihrer jüngsten Reise nach Deutschland „Instruktionen“ erteilt, berichtet die Mediengruppe aus dem EU-Report. Oder es werde anhand gefälschter Dokumente behauptet, Nawalnaja sei deutsche Staatsbürgerin. In diesen und anderen Geschichten werde Deutschland stets entweder als Drahtzieher von Aktionen gegen Russland dargestellt oder als dumme Marionette.

Die EU-Task Force habe laut dem Bericht seit Ende 2015 über 700 Fälle gezielter Desinformation aus Russland registriert, die Deutschland betrafen - während Frankreich in rund 300 Fällen das Ziel war, Italien in etwa 170 und Spanien in mindestens 40 Fällen.

Moskau weist Vorwürfe zurück
„Es ist natürlich sehr lustig, die Anschuldigungen zu irgendwelchen Desinformationskampagnen zu hören, weil wir selbst nicht einmal hinterherkommen damit, unzutreffende Behauptungen zum Beispiel aus Berlin zu kommentieren“, sagte unterdessen die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Sacharowa verwies auf eine Rubrik auf der Internetseite des Moskauer Außenministeriums, die wiederum „Falschmeldungen“ westlicher Medien über Russland auflistet. Dort gebe es viele Beispiele, wie Russland auf aggressive Weise mit „Propaganda übelster Prägung“ angegriffen werde. Der Westen solle lieber eigene politische Kampagnen gegen Russland untersuchen - auch im Hinblick darauf, dass dadurch gezielt die russische Opposition unterstützt werde. „Das würde dann als Einmischung in die inneren Angelegenheiten eines souveränen Staates qualifiziert“, sagte sie.

Quelle: APA/Reuters

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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