08.03.2021 10:38 |

Formel-1-Job-Sharing

Aston Martin stellt ab sofort Safety & Medical Car

Erstmals seit 25 Jahren stammen Safety und Medical in der Formel 1 nicht mehr nur von Mercedes. Ab der in knapp drei Wochen startenden Saison stellt nun auch Aston Martin diese Fahrzeuge im Wechsel mit den Silberpfeilen, die nun aber in Rot auftreten. Führungsrunden im Rennen wird ein Aston Martin Vantage absolvieren, lassen Sie mich durch, ich bin Arzt wird das Power-SUV DBX vermitteln.

Die britische Marke kehrt nach mehr als 60 Jahren auch mit einem Rennteam in die Formel 1 zurück, u.a. mit Sebastian Vettel am Steuer. Ein anderer Deutscher wird, wenn er auf die Strecke geschickt wird, generell vor Vettel unterwegs sein: Bernd Mayländer, seit mehr als 20 Jahren auf Mercedes bzw. AMG im Einsatz, wird nun auch den Vantage pilotieren.

Dieser wurde für seine Aufgabe speziell gerüstet und zeichnet sich durch deutliche Verbesserungen an Fahrwerk und Aerodynamik aus, außerdem wurde er mit einigen zusätzlichen Modifikationen an die FIA-Vorschriften adaptiert.

Mehr Leistung, mehr Abtrieb
Die Leistung wurde um 25 PS auf 535 PS erhöht, die von einem 4-Liter-Twin-Turbo-V8 geliefert werden. Das Spitzendrehmoment von 685 Nm bleibt gleich, wird aber jetzt länger gehalten. In 3,5 Sekunden wird von 0 auf 100 km/h beschleunigt. Durch zusätzliche Arbeiten am Getriebe soll der Fahrer ein verbessertes Gefühl von Direktheit, Präzision und Kontrolle beim Hoch- und Runterschalten haben.

Der Vaned-Kühlergrill in Verbindung mit einem neuen Frontsplitter erzeugt 155,6 kg Abtrieb bei 200 km/h; das sind über 60 kg mehr als der Vantage in Serienausführung bei derselben Geschwindigkeit erzeugt. Modifikationen an der Aufhängung, der Lenkung und den Dämpfern wurden ebenfalls vorgenommen, mit zusätzlichen Feinarbeiten an der Unterbodenversteifung zur Steigerung der Steifigkeit der Frontstruktur. Außerdem bekam er ein umfassendes Aero-Kit und Sportreifen verpasst. Das Safety Car fährt auf serienmäßigen Pirelli-Straßenreifen, die Carbon-Keramik-Bremsen entsprechen der Serie, wobei zusätzliche Bremskanäle im Frontgrill versteckt sind, um die Kühlung zu unterstützen.

Kein anderer Aston Martin fällt derart auf
Auf einem Kohlefasersockel auf dem Dach sitzt eine Lichtleiste. Das Aerodynamikprofil ist so gestaltet, dass es den geringstmöglichen Widerstand bietet und gleichzeitig einen optimierten Luftstrom zum überhöhten Heckflügel ermöglicht. Leuchtend orangefarbene Lichter an den Außenkanten der Lichtleiste leuchten auf, wenn das Safety Car auf die Strecke fährt. Ein mittig positioniertes gelbes Blinklicht leuchtet dann auf, wenn es vor dem Führenden des Rennens in Position ist - als Zeichen dafür, dass niemand überholen darf; zwei mittig positionierte grüne Lichter leuchten auf, wenn es für die F1-Autos sicher ist, zu überholen.

Außerdem wurden in der Kabine die serienmäßigen Sitze durch FIA-zugelassene Rennsitze mit 6-Punkt-Sicherheitsgurt ausgetauscht, wie sie auch in den Fahrzeugen des F1-Teams zu finden sind. Auf dem Armaturenbrett sind zwei Bildschirme angebracht, die Fahrer und Beifahrer mit einer Live-Fernsehübertragung und einer Vielzahl von anpassbaren Informationsanzeigen versorgen, einschließlich Live-Rundenzeiten und der Streckenposition aller aktiven Rennwagen. Die Mittelkonsole wurde deutlich modifiziert. Der Drehschalter wurde an die Stelle des Becherhalters verlegt und an seiner Stelle befindet sich ein Schaltersteuerungssystem, mit dem verschiedene Aktionen ausgeführt werden können, wie z. B. die Aktivierung der Sirene, die Funkkommunikation und die Steuerung der LEDs der Lichtleiste.

Das „Marshalling System“ ist in das Kombiinstrument und das Armaturenbrett integriert und ermöglicht es sowohl dem Fahrer als auch dem Beifahrer, durch das Aufleuchten der gleichfarbigen LED-Leuchte zu sehen, welche Flaggenfarbe auf der Strecke gezeigt wird. Dies entspricht dem System, das vorschriftsmäßig auch in allen F1®-Teamfahrzeugen vorhanden ist. Außerdem sind auf und in der Fahrerkabine TV-Kameras montiert, die Live-TV-Bilder liefern.

Aston Martin DBX - das Medical Car
Angetrieben vom 4-Liter-Twin-Turbo-V8-Motor, der auch im DB11 und Vantage zum Einsatz kommt, bietet der DBX eine Leistung von 550 PS und ein Drehmoment von 700 Nm, was den DBX in nur 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h katapultiert und eine Spitzengeschwindigkeit von 291 km/h ermöglicht.

Während die Innenausstattung voll und ganz einem Serienfahrzeug entspricht, wurde der mittlere Rücksitz entfernt, und die restlichen vier Sitze wurden durch Sportschalensitze ersetzt, die jeweils mit einem 6-Punkt-Sicherheitsgurt ausgestattet sind. Diese bieten Sitzplätze für den Fahrer, Dr. Ian Roberts - den FIA Formula 1 Medical Response Coordinator - sowie einen örtlichen Arzt, wobei ein Platz frei bleibt, für den Fall, dass ein Rennfahrer bei einem Zwischenfall zurück in die Boxengasse gefahren werden muss. Ähnlich wie beim Safety Car wurden zwei Bildschirme auf dem Armaturenbrett montiert, um Live-Bilder vom Rennen zu liefern. Ein zusätzlicher Bildschirm dient zum Ablesen biometrischer Live-Daten, die über die Technik in den Handschuhen der Fahrer geliefert werden und im Falle eines Unfalls wichtige Informationen über deren Gesundheitszustand liefern.Das „Marshalling System“ und das Rückspiegel-Kameradisplay wurden ebenfalls in das Medical Car eingebaut.

Die beiden Fahrzeuge sind erstmals beim dreitägigen Vorsaisontest in Bahrain von 12. bis 14. März in Aktion, dann zwei Wochen später beim Eröffnungsrennen der Weltmeisterschaft am gleichen Ort.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl
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