07.03.2021 11:00 |

Covid-Entschädigungen

Taxi-Chefin wartet vergeblich auf Hilfsgelder

Bereits im Frühjahr 2020 beantragte Taxi-Unternehmerin Sema Zengin Hilfszahlungen nach dem Epidemiegesetz - und hörte seitdem nichts mehr von den zuständigen Behörden. Wahrlich kein Einzelfall: Noch immer sind tausende Ansuchen in ganz Salzburg offen. Erste Antragsteller ziehen bereits zurück.

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„Es kam nicht mal eine Nachricht, dass mein Antrag eingegangen ist.“ Sema Zengin kann nur den Kopf schütteln. Im vergangenen Frühjahr suchte die Halleiner Taxi-Unternehmerin um Entschädigung nach dem Epidemiegesetz an. Monatelang bekam sie keine Antwort von der Bezirkshauptmannschaft. „Das Geld fehlt“, sagt Zengin.

Die Unternehmerin traf die Pandemie wie viele andere mit voller Wucht. „Ich habe im ersten Lockdown alle Mitarbeiter entlassen müssen und viele Autos stillgelegt“, sagt die Tennengauerin. Andere Hilfszahlungen – etwa aus dem Covid-Härtefall-Fonds und den Fixkostenzuschuss – hat Zengin weit schneller erhalten. Und dennoch: „Das Nachtgeschäft ist mir komplett weggebrochen, die Lage ist extrem schwierig.“

Knapp 300 Unternehmer bekamen bislang Geld
Mit Ende Februar gab es im ganzen Bundesland rund 22.700 Anträge auf Verdienst- und Umsatzentgang durch die Pandemie. Mittels Bescheid erledigt wurden bislang knapp 1000 Ansuchen. Gut 300 Antragsteller bekamen auch tatsächlich Geld ausbezahlt. Bei den zuständigen Bezirkshauptmannschaften stapeln sich die Anträge. Dort muss man sich allerdings auch um die Ermittlung von Kontaktpersonen nach Covid-Infektionen kümmern.

Erste ziehen ihre Ansuchen jetzt zurück
Die ersten Unternehmer ziehen ihre Ansuchen bereits zurück. „Die Entschädigungen haben negative Auswirkungen auf andere Förderungen“, kritisiert SPÖ-Landtagsabgeordnete Karin Dollinger. Und: „Die Steuerberater brauchen zu viel Zeit für die überbürokratischen Ansuchen – das kommt teurer als die Entschädigung selbst.“

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