03.03.2021 14:00 |

„Bizarre Regeln“

14-tägige Quarantäne in Italien trennt Familien

Skurrile Corona-Regeln gelten derzeit nicht nur in Bayern (die „Krone“ berichtete), sondern zum Beispiel auch in Südtirol. Viele grenzüberschreitende Paare samt Kindern leiden massiv darunter. Eine Tirolerin klagt: „Meine Tochter sah ihren Vater im Vorjahr fünf Monate nicht!“

Die strengen Einreisebestimmungen für Bayern erschweren derzeit das Leben zahlreicher grenzüberschreitender Familien. Doch nicht nur die Vorschriften in Deutschland, sondern auch jene in Italien reißen Familien auseinander. Unter anderem davon betroffen sind Beziehungen zwischen Tirolern und Südtirolern - und das, obwohl beide Teil der Europaregion sind, mit der sich die Politik stets brüstet.

„Wir sind es gewohnt, zu pendeln“
„Seit vielen Jahren führen wir eine Pendelbeziehung. Ich lebe mit meiner erwachsenen Tochter in Nordtirol, der Vater meiner Tochter hingegen in Südtirol. Wir sind es gewohnt, regelmäßig hin- und herzupendeln“, erläutert eine Tirolerin.

„Im Vorjahr haben wir uns fünf Monate nicht gesehen“
Doch seit Ausbruch der Pandemie vor einem Jahr ist die Familie mit Hürden konfrontiert. „Im Vorjahr haben wir uns fünf Monate nicht gesehen. Wir konnten nicht einmal Weihnachten miteinander feiern“, gewährt die Frau private Einblicke.

Anfang Februar habe das Mutter-Tochter-Gespann nach Südtirol reisen dürfen – mit einem negativen Test sowie einer Eigenerklärung, weshalb man einreise, im Gepäck. Und es habe sich online bei der Sanitätseinheit anmelden müssen.

„Bizarre Regelungen, die niemand versteht“
Doch seit 14. Februar, ironischerweise dem Valentinstag, hat sich die Lage verschlimmert. „Da wir nicht zu den Ausnahmen zählen, müssen wir zusätzlich zu diesen bürokratischen Hürden auch noch 14 Tage in Südtirol in Quarantäne. Das können wir uns auf Dauer einfach nicht leisten. Hinzu kommt, dass während der Isolation zwei weitere Testungen notwendig sind. Allerdings können wir uns damit nicht freitesten, sondern müssen die zwei Wochen durchhalten. Das sind bizarre Regelungen, die nicht mehr nachvollziehbar sind. Ein Ende ist nicht abzusehen“, betont die Tirolerin.

Verlängerung der Maßnahmen ist plausibel
Auf den Internetseiten der zuständigen Behörden, wie etwa auf jener des Österreichischen Generalkonsulats Mailand, der italienischen Botschaft in Wien oder der Südtiroler Landesverwaltung, steht, dass diese Maßnahmen bis voraussichtlich 5. März gültig sind.

Eine Verlängerung sei aber plausibel – vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass in Südtirol der Lockdown bis 14. März ausgedehnt sowie in mehr als zehn Gemeinden die südafrikanische Mutation festgestellt wurde und dort verschärfte Maßnahmen in Anwendung sind.

„Auch etliche andere Familien sind betroffen“
Die Zeit sei herausfordernd, vor allem für die Tochter. „Sie hat ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem Vater und möchte so oft es geht mit ihm reden. Da er jedoch nicht mehr der Jüngste ist, hat er etwa kein Skype, was natürlich alles noch erschwert“, sagt die Tirolerin. „Wir hoffen, dass sich die Situation bald verbessert, denn nicht nur wir sind betroffen, sondern auch etliche andere grenzüberschreitende Familien.“

Jasmin Steiner
Jasmin Steiner
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