RTL in Val d'Isere

US-Boy Ted Ligety siegt, Raich 5., Hirscher auf Platz 6

Sport
11.12.2010 14:14
Wie schon in Beaver Creek hat Ted Ligety am Samstag auch in Val d'Isere (Frankreich) die Halbzeitführung beim Weltcup-Riesentorlauf souverän ins Ziel gebracht. Der US-Boy setzte sich vor dem Norweger Aksel Lund Svindal (+1,05 Sekunden) sowie dem Italiener Massimiliano Blardone (+1,21) durch und feierte damit seinen siebenten Karriereerfolg in dieser Disziplin und überhaupt.

Bester Österreicher wurde Benjamin Raich (+1,66), der sich unmittelbar vor Marcel Hirscher (+1,77), der mit einem schweren Fehler im zweiten Lauf einen Platz auf dem Stockerl verschenkte, platzierte und auf Rang fünf landete.

In den USA hatte Hirscher trotz des relativ flachen Zielhanges mit Platz drei überrascht. Auf der steilen "Face" in Frankreich, auf der er vor einem Jahr seinen ersten Weltcupsieg gefeiert hatte und die den Fahrern wieder einmal alles abverlangte, gelang dem Supertechniker aus Salzburg der Sprung aufs Stockerl hingegen nicht.

Zwar lag er nach dem von Coach Andreas Puelacher notgedrungen sehr drehend gesetzten ersten Lauf trotz einiger Fehler als Vierter aussichtsreich im Rennen, die totale Attacke "büßte" er dann aber unmittelbar nach überlegener Zwischenbestzeit mit einem Ausritt und einem Beinahe-Steher. So wurde überraschend mit Raich ein ÖSV-Fahrer bester rot-weiß-roter Vertreter, der wegen seiner Rückenprobleme eine Woche pausiert hatte.

"Ein Fehler kann immer passieren"
Hirscher war bewusst, dass er einen sicheren Platz in den Top-3 vergeben hatte. "Aber wenigstens war das richtiges Skifahren. Mir ist lieber, ich werde so Sechster, als ich schleiche runter und werde Sechster", sagte Hirscher. "Ein Fehler kann immer passieren und es stimmt mich positiv, dass ich deutlich weiter vorne landen hätte können."

Raich hingegen nahm nach seinen gesundheitlichen Problemen Platz fünf erfreut zur Kenntnis. "Angesichts meiner Rücken-Probleme sind die zwei Läufe ganz gut gegangen. Ich hatte ja keine Vorbereitung und muss daher wirklich zufrieden sein", sagte der 32-Jährige, der vor einer Woche noch den Riesentorlauf in Beaver Creek auslassen hatte müssen. Dank seiner Routine meisterte der Tiroler auch den steilen WM-Hang ausgezeichnet, war aber ausgepumpt wie die meisten anderen Fahrer.

"Nach dem Start geht's nur noch runter. Du musst immer dran bleiben und darfst keinen Fehler machen. Zudem die Kurssetzung, bei der du jede Kurve exakt treffen musst, alles zusammen machte dieses Rennen extrem schwierig", gestand auch Routinier Raich. Wie Hirscher ("Ted fährt seit Jahren auf einem hohen Level, jetzt hat er auch die Sicherheit und ist nicht zufällig Weltcupsieger") zog auch er vor Sieger Ligety den Hut.

Riesentorlauf-Double für Head
"Er hat's ziemlich drauf momentan. Das ist auf so einem Hang auch notwendig. Hier gibt es keine Kompromisse, und dass Ted gut fahren kann, ist ja nichts nichts Neues", sagte Raich. "Ich habe alles riskiert, dennoch bin ich ohne Fehler ins Ziel gekommen. Das war der härteste Riesentorlauf seit langem, so einen Vorsprung zu haben ist unglaublich", freute sich Ligety über seinen siebenten Weltcupsieg in dieser Disziplin. Zwei Gründe gab er für seine Dominanz an: "Verstärktes Krafttraining, außerdem sind meine Ski unglaublich."

In der Tat dürfte der Head-Riesentorlaufski derzeit eine Klasse für sich sein. Nach dem "Double" in Beaver Creek durch Ligety und Kjetil Jansrud komplettierte diesmal dessen prominenter Landsmann Svindal, der hauptsächlich wegen dieser Riesentorlaufski im Sommer einen Markenwechsel vollzogen hatte, den zweiten Doppelsieg für die Vorarlberger Firma in Folge. Während die meisten Fahrer auf dem steilen WM-Hang enorme Probleme hatten (Oldboy Didier Cuche "gab" sogar "auf") und Fehler en masse fabrizierten, carvte Ligety wie auf Schienen durch den Kurs.

ÖSV-"Attacke" im Slalom
Am Sonntag steht in Frankreich der Slalom auf dem Programm und dort hat Österreich wieder gut Chancen auf Spitzenplätze. Hirscher, Raich und Reinfried Herbst brennen darauf, den Dreifach-Ausfall von Levi vergessen zu lassen, Manfred Pranger wurde 2009 auf diesem Hang Weltmeister. Hirscher versprach volle Attacke, Raich gab sich vorsichtig. "Im Slalom bin ich ja noch länger nicht gefahren als im Riesentorlauf. Ich hoffe, der Rücken entwickelt sich über Nacht gut und ich krieg' am Sonntag schnell ein gutes Gefühl."

Endstand im RTL von Val d'Isere:

Rang

Name

Nation

   1. DG

  2. DG

 Endzeit

 1.

LIGETY Ted 

USA 

 1:11.37

 1:14.89

 2:26.26 Min.

 2.

SVINDAL Aksel Lund 

NOR 

 1:11.63

 1:15.68

 2:27.31

 3.

BLARDONE Massimiliano 

ITA 

 1:12.01

 1:15.46

 2:27.47

 4.

JANKA Carlo 

SUI 

 1:12.96

 1:14.85

 2:27.81

 5.

RAICH Benjamin 

AUT 

 1:12.59

 1:15.33

 2:27.92

 6.

HIRSCHER Marcel 

AUT 

 1:12.49

 1:15.54

 2:28.03

 7.

SIMONCELLI Davide 

ITA 

 1:13.03

 1:15.20

 2:28.23

 8.

VILETTA Sandro 

SUI 

 1:13.36

 1:15.06

 2:28.42

 9.

MÖLGG Manfred 

ITA 

 1:13.94

 1:14.65

 2:28.59

 10.

JANSRUD Kjetil 

NOR 

 1:13.36

 1:15.33

 2:28.69

Weiter:



 16.

REICHELT Hannes 

AUT 

 1:14.84

 1:14.90

 2:29.74

 19.

KOSTELIC Ivica 

CRO 

 1:13.50

 1:16.30

 2:29.80

 20.

BAUMANN Romed 

AUT 

 1:14.55

 1:15.31

 2:29.86

 23.

NÖSIG Christoph 

AUT 

 1:14.89

 1:15.73

 2:30.62

 26.

PALANDER Kalle 

FIN 

 1:14.89

 1:15.89

 2:30.78

 29

CUCHE Didier&td>

 1:13.99

 1:18.02

 2:32.01

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