17.02.2021 06:00 |

NS-Verbrechen

Auschwitz-Komitee wirft der Justiz Versagen vor

Sehr schwere Vorwürfe gegen den deutschen Rechtsstaat im Umgang mit Verbrechern aus der Nazi-Zeit erhebt das Internationale Auschwitz-Komitee. Täter seien ungeschoren davongekommen, während Opfer oft ihr Leben lang auf Gerechtigkeit gewartet hätten.

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Die Überlebenden, die jetzt alle hochbetagt sind, haben ihr ganzes Leben darauf gewartet, dass die Täter zur Verantwortung gezogen werden“, sagt Christoph Heubner, geschäftsführender Vizepräsident des Internationalen Auschwitz-Komitees den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Die Überlebenden wollten nie Rache, sie wollten Gerechtigkeit.“

Verzögerte Prozesse „bizarr“
Anlass der Kritik sind Anklagen, die Anfang Februar gegen einen 100-jährigen früheren Wachmann im KZ Sachsenhausen und gegen eine 95-jährige ehemalige Sekretärin des KZ Stutthof erhoben worden sind. Dass diese Prozesse erst jetzt stattfinden, „in einer Zeit, in der neue Nazis schon wieder zu Hass aufrufen und das verherrlichen, was in den Lagern geschehen ist“, wirke auf die Überlebenden fast bizarr, erklärt Heubner.

In Deutschland hat sich erst spät die Auffassung durchgesetzt, dass jeder Mensch, der in dem „Mordsystem und Räderwerk“ eines Vernichtungslagers Dienst getan hat, auch mitverantwortlich ist. Also auch eine Sekretärin.

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