Kampf um Werk

Jobabbau bei MAN in Steyr ist wohl unumgänglich

„Gebaut mit dem besten Werkstoff: unserer Leidenschaft“, ist auf einem Transparent mit mehreren Lkw zu lesen, das auf einem MAN-Gebäude in Steyr hängt. Ob die Leidenschaft der 2456 Mitarbeiter am Standort ab 2024 noch gefragt ist, ist weiterhin offen. Ohne Zugeständnisse scheint ein Verbleib bei MAN unmöglich.

Heute tagt die Staatliche Wirtschaftskommission in Linz in der Causa MAN und will dabei vom Lkw-Hersteller auch Zahlen sehen, die begründen, wie das Unternehmen den bis 2030 laufenden Standortsicherungsvertrag kündigen konnte. Es ist nicht die einzige Frage, die rund um die Zukunft des Standorts im Raum steht.

Was steht in Steyr auf dem Spiel? Das Werk mit seinen 2456 Mitarbeitern soll bis Ende 2023 geschlossen werden, lautet der im September bekannt gewordene Plan von MAN. Betriebsrat und Gewerkschaft kämpfen um die Zukunft des Standorts, unterstrichen das auch gestern im Rahmen einer Pressekonferenz in Linz. In Deutschland wurden die Sparpläne deutlich abgeschwächt, das macht Hoffnung. Diese Woche werden die Verhandlungen fortgesetzt. „Wir bewegen uns derzeit auf Augenhöhe“, betont der Arbeiterbetriebsrats-Chef Erich Schwarz.

Was könnte der Preis für einen Verbleib im MAN-Netzwerk sein? Ohne Einsparungen wird’s nicht gehen. „Wir wissen, dass wir mit Personalanpassungen rechnen müssen“, sagt Angestelltenbetriebsrat Thomas Kutsam. Für die Standortgarantie bis 2030 wurden etwa Weiterbildungen in die Freizeit verlegt. Dazu wurde der Anspruch auf Fahrtgelder zurückgenommen.

Wie realistisch ist ein Verkauf? Ex-Magna-Chef Sigi Wolf mit Russian Machines, aber auch der tschechische Hersteller Tatra werden immer wieder ins Spiel gebracht. „Den Investor gibt’s, das hören wir uns an - es wird intensiv geprüft“, bestätigt Schwarz.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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Samstag, 17. April 2021
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