Dosierungsintervall

Sinovac-Vakzin wirksamer bei längerem Impfabstand?

Ausland
18.01.2021 15:47

Der vom chinesischen Biotech-Unternehmen Sinovac entwickelte Corona-Impfstoff hat Ende Dezember in Tests mit rund 13.000 Freiwilligen in Brasilien nur eine Wirksamkeit zwischen 50 und 90 Prozent gezeigt. Nun berichtet der Hersteller über eine erhöhte Wirksamkeit bei einem größeren Abstand zwischen den zwei Impfdosen. In einer kleineren Gruppe von knapp 1400 Probanden sei die Wirksamkeit dann fast 20 Prozentpunkte höher gewesen. Habe der Abstand zwischen den beiden Impfdosen drei Wochen betragen, sei die Wirksamkeit bei etwa 70 Prozent gelegen.

Brasilianische Wissenschafter hatten in der vergangenen Woche gemeldet, dass der Impfstoff in der Studie mit mehr als 9000 Teilnehmern - von denen die meisten ihre zweite Impfdosis nach 14 Tagen erhielten - einen Schutz von 50,4 Prozent gezeigt habe. Eine Woche zuvor hatten sie noch von einer Wirksamkeit von 78 Prozent berichtet. Ein Sprecher wies darauf hin, dass die Belastbarkeit der Daten aus der kleineren Untergruppe schwächer sei als das Ergebnis von gut 50 Prozent, das auf den kombinierten Daten von Probanden basiert, die Dosen im Abstand von zwei oder drei Wochen erhielten.

(Bild: AFP/Silvio Avila)

Impfungen in Türkei und Indonesien
Wiederum andere Daten waren aus Studien mit dem Impfstoff in Indonesien (63,5 Prozent) und der Türkei (91,25 Prozent) gemeldet worden. Das hatte Zweifel an dem Vakzin genährt. So will etwa Singapur - das einzige einkommensstarke Land mit dem Sinovac bisher einen Deal abgeschlossen hat - vor einer Zulassung weitere offizielle Daten abwarten. Indonesien und die Türkei haben dagegen ihre Impfkampagnen mit dem Mittel gestartet.

Diskussion um Dosierungsintervalle

Das Dosierungsintervall für Covid-19-Impfstoffe ist zuletzt vermehrt diskutiert worden. So ist das Vakzin von AstraZeneca und der Universität Oxford laut britischen Aufsichtsbehörden wirksamer, wenn zwischen den beiden Dosen ein längerer Abstand besteht als ursprünglich vorgesehen. Im Gespräch war auch ein spätere Verabreichung der zweiten Impfung mit dem Mittel von Biontech/Pfizer, um in kürzerer Zeit mehr Menschen impfen zu können. Davon riet in Deutschland aber die Ständige Impfkommission ab.

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