16.01.2021 18:45 |

Parkplatz-Chaos

Die Langläufer stürmen Faistenau

Rodeln, eine Skitour oder Schneeschuhwanderung machen, oder doch eine Runde auf der Langlaufloipe: Die Möglichkeiten für Wintersportler in Faistenau sind vielfältig. Das zieht regelmäßig unzählige Besucher an - Parkplatz-Chaos und verärgerte Bewohner inklusive. Nun gibt es klare Verhaltensregeln für Gäste.

„Einige Leute pfeifen sich einfach nix.“ Alexander West kann über das Verhalten so mancher Gäste nur den Kopf schütteln. Auf der Suche nach einem freien Platz parken unzählige Fahrzeuge auf den Privatgründen des Faistenauers. Sein Haus ist in unmittelbarer Nähe der „Snowtubing“-Bahn. Dort und bei der nahe gelegenen Langlaufloipe tummeln sich an schönen Tagen bis zu 1000 Besucher. „An den Wochenenden flüchte ich, den Rummel tu ich mir erst gar nicht an“, sagt West.

Der Landwirt steht mit seinem Unmut nicht alleine: In der Flachgauer Gemeinde häufen sich derzeit die Beschwerden über allzu sorglose Wintersportler. Selbst die Zufahrt zum Faistenauer Feuerwehrhaus verparken Langläufer, Rodler und Skitourengeher mit ihren Pkw. So mancher Besucher betritt auch die Grundstücke der Ortsbewohner. Entlang des Winterwanderwegs werfen einige Hundehalter immer wieder Plastiksackerl mit den Exkrementen ihrer Vierbeiner in den Schnee.

Gemeinde gibt Verhaltensregeln aus
Bürgermeister Josef Wörndl (ÖVP) hat mittlerweile reagiert. Auf der Webseite der Gemeinde finden sich nun Verhaltensregeln für Besucher. Demnach sollen Gäste ihre Autos nur auf gekennzeichneten Parkplätzen abstellen – das Parken am Straßenrand und auf Privatgrundstücken ist verboten. Auf die Privatsphäre der Gemeindebewohner ist Rücksicht zu nehmen. Ein Anrainer berichtete der „Krone“ etwa davon, dass eine Gruppe jüngst auf einer schneebedeckten Wiese den Gaskocher ausgepackt habe.

Über den Rummel im Ort sind längst nicht alle Faistenauer erzürnt. Sportfachhändler Rudi Auer etwa freut sich über guten Umsatz. Seinen Skiverleih darf er auch in Zeiten des Lockdowns offen halten. „Das ist ein Segen für uns“, sagt er. Und: „Richtig viel los ist nur an den Wochenenden.“ Pfarrer Thomas Kunnappallil geht selbst regelmäßig langlaufen: „Ich treffe auf der Loipe mehr Menschen als in der Kirche.“

Nikolaus Klinger
Nikolaus Klinger
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