Red Bull möchte seinem Youngster gerne die Chance in der Königsklasse bieten. Die Möglichkeiten sind aber dünn gesät. "Wir wissen noch nicht, was wir nächstes Jahr mit ihm machen", bestätigte Motorsport-Berater Helmut Marko, der als Oberhaupt über das Red-Bull-Junior-Programm die Tests beaufsichtigt. Bei Lotus könnte sich eventuell ein Fenster auftun, sollte der Italiener Jarno Trulli wider Erwarten doch seine Karriere beenden müssen.
Im Zuge eines Motoren-Deals mit Renault liefert Red Bull ab der kommenden Saison auch einige Getriebekomponenten an Lotus. Die Malaysier gelten als das mit Abstand konkurrenzfähigste der drei neuen Teams. Red Bulls für junge Fahrer vorgesehenes Zweitteam Toro Rosso hat seine Piloten Sebastien Buemi (22) und Jaime Alguersuari (20) bereits bestätigt. Zudem könnte der Rennstall nach einer mäßigen Saison erneut zum Verkauf angeboten werden.
Ricciardo von Red Bull beeindruckt
Eine Alternative für Ricciardo wäre die GP2, die immer noch als Vorhof zur Formel 1 gilt. Dort könnte das Talent aus Perth fahren und dennoch an vielen Rennwochenenden als Ersatz in der Königsklasse präsent sein. Die Titel von Vettel und jener in der Konstrukteurs-WM haben Eindruck hinterlassen. "Es ist großartig, so etwas miterlebt zu haben", versicherte Ricciardo. "Er ist ein sehr positiver Mensch. Er lacht immer, das ist gut", meinte Marko.
Von den vier Fahrern im Junior-Programm ist Ricciardo, der seit 2008 von Red Bull unterstützt wird, mit Abstand am weitesten. Im Vorjahr hatte er die britische Formel-3-Meisterschaft gewonnen, nach Platz zwei in der Formel Renault 3.5 strotzt er nur so vor Tatendrang. "Ich denke, ich bin bereit (für die Formel 1)", erklärte Ricciardo in Abu Dhabi. "Ich bin so gut vorbereitet, wie man in meinem Alter darauf vorbereitet sein kann."
Auf den Spuren Mark Webbers
In seiner Heimat wird der Youngster längst als künftiger Nachfolger von Mark Webber gehandelt. Mit dem Weltmeister-Auto kommt er jedenfalls gut zurecht. Am ersten Testtag deklassierte der Red-Bull-Pilot die Konkurrenz um mehr als eine Sekunde, blieb bei ähnlichen Witterungsbedingungen nur 0,222 Sekunden hinter Vettels Pole-Position-Zeit vom Samstag. Die Strecke hatte durch mehr Gummiabrieb allerdings schon etwas mehr Grip.
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