26.12.2020 16:50 |

Knapp 10.000 Dosen

Heer verteilt eingetroffenen Corona-Impfstoff

Nachdem die ersten knapp 10.000 für Österreich bestimmten Biontech/Pfizer-Impfdosen in den frühen Morgenstunden am Samstag bei einem Pharmagroßhändler in Wien-Simmering eingetroffen waren, nahmen gegen Mittag Vertreter der heimischen Politik den heiß ersehnten Impfstoff offiziell entgegen. Der auf minus 70 bis minus 80 Grad Celsius gekühlte Impfstoff wird nun umverpackt und unter anderem vom Bundesheer an die Länder ausgeliefert. Am Sonntag sollen die ersten Impfungen erfolgen.

„Am heutigen und morgigen Tag wird Geschichte geschrieben. Das Bundesheer war und ist seit Ausbruch der Corona-Pandemie zur Bewältigung der Krise im Einsatz“, sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP), die beim Termin in der Vertriebsniederlassung der Herba Chemosan Apotheker AG in Wien-Simmering genauso zugegen war wie die niederösterreichische Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ). 

Vom Herba-Chemosan-Lager aus werden die Impfdosen in ganz Österreich verteilt. In Wien und Niederösterreich liefert der Großhändler selbst aus, die Bundesländer Vorarlberg, Tirol, Salzburg, Steiermark und möglicherweise auch Kärnten werden vom Bundesheer versorgt. „Ich danke den Soldaten, die diesen Einsatz durchführen und beweisen, dass wir immer da sind, wenn man unser Heer braucht“, so Tanner. Statt Hubschrauber kommen aus Kostengründen Fahrzeuge zum Einsatz.

In diesen Bundesländern wird bereits am Sonntag - zumeist in Alters- und Pflegeheimen - immunisiert. Ab Montag werden weitere Lieferungen in Österreich erwartet, eine größere am Silvestertag. Österreich nimmt am EU-weit zeitgleichen Impfstart teil - nur Ungarn preschte vor und begann bereits am Sonntag mit den ersten Impfungen.

Lagerung zunächst bei minus 74 Grad
Herba-Chemosan-Chef Andreas Windischbauer erklärte, dass nur die erste Tranche gänzlich in Simmering deponiert werde, alle weiteren Lieferungen werden auf insgesamt 17 Niederlassungen in ganz Österreich aufgeteilt - eine davon hat die „Krone“ im Vorfeld besucht. Eine Phiole reicht laut Windischbauer für fünf Impfungen. Ärzte erhalten zu den Vakzinen auch Sets mit Spritzen. Wenn der Impfstoff beim Endverbraucher ankommt, ist er jedoch nicht mehr so kalt wie im Lager. Zwischen plus zwei und acht Grad Celsius soll er dann haben - nach minus 74 Grad, die in den Kühlschränken der Lagerhalle herrscht.

Impfstoff soll ein „Game Changer“ sein
Angeliefert wurden die Dosen in zwei Behältern. Sprich: Die Menge allein ist eher nicht außergewöhnlich. Man verteile alljährlich Millionen Impfstoffe, betonte man im Unternehmen. Die Impfung soll einen „Game Changer“ in der Pandemie-Bekämpfung einläuten. Bis März werden 900.000 Dosen des Biontech/Pfizer-Vakzins in Österreich erwartet.

Um 9 Uhr beginnen in Österreich die Impfungen
Laut Windischbauer ist die Zuteilung von 4000 Dosen bereits genau fixiert: Wien wird 2000 erhalten, wie Bürgermeister Ludwig ausführte. Den Auftakt macht am Sonntag die MedUni Wien, wo um 9 Uhr fünf Risikopatienten über 80 Jahre geimpft werden. Durchgeführt werden die ersten Injektionen von Ursula Wiedermann-Schmidt, Präsidentin der Österreichischen Gesellschaft für Vakzinologie und Vorsitzenden der österreichischen Impfkommission, sowie dem Präsidenten der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres, im Beisein von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne).

Rendi-Wagner: Impfung „ist die große Chance“
Kurz rührte am Samstag im ORF-Interview einmal mehr die Werbetrommel für die Corona-Impfung. Es müsse zwar jeder für sich entscheiden, er wolle sich aber „ganz bestimmt“ impfen lassen. Zuvor hatte sich auch SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner in einem Video zu Wort gemeldet und die Impfung als „große Chance“ bezeichnet, „unser normales Leben zurückzuholen“.

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