20.12.2020 06:00 |

„Krone“-Gastkommentar

Christian Baha: Kurz geträumt

Seit Monaten befinden wir uns nun im Ausnahmezustand. Seit Monaten fühlt es sich an, als lebten wir im falschen Film. Als befänden wir uns mitten in einem Science-Fiction-Thriller, erdacht von den verwegensten Drehbuchautoren Hollywoods: Ein Killervirus erfasst, ausgehend von der aufstrebenden Supermacht China, die Welt und rüttelt an den Grundpfeilern der alten Weltordnung. Das macht den Menschen Angst. Und Angst ist nie ein guter Ratgeber.

Heute hatte ich einen Traum. Eine Illusion, die wohl auch dem Umstand geschuldet ist, dass ich mich immer wieder mit der Zukunft Europas auseinandergesetzt habe. Was wäre, wenn wir die Krise als Chance verstehen? Wenn wir aus der Not eine Tugend machen, um der Jugend Chancen zu eröffnen? Wenn wir Europa neu denken, indem wir uns von jenem Ballast befreien, der schon vor Corona unsere Zukunft gefährdet hat?

In diesem meinem Traum, gab es keine uneinigen Staaten von Europa mehr, sondern eine echte Vereinigung. Eine EU-Verteidigungsministerin aus Frankreich, einen Finanzminister aus Deutschland, eine Kulturministerin aus Italien und einen jungen EU-Regierungschef aus Österreich. Kurz: einen starken Staatenverbund, der Europa zielsicher aus dieser beispiellosen Krise steuert. Kurz: keine nationalen populistischen Regierungschefs mehr, die nur ihre Macht vergrößern und ihre nationalstaatlichen Interessen vertreten wollen. Aber natürlich weiterhin regionale und kommunale Politiker, die ihr Ohr ganz nah an den Menschen haben.

Es sind schwere Zeiten. Aber kurz träumen wird man ja noch dürfen, oder?

Christian Baha, Kronen Zeitung (Gastkommentar)

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