Bald gibt´s Prozess

Pleite-Graf hielt am Traunsee alle zum Narren

Da wird Baron Münchhausen blass vor Neid! Ein verarmter deutscher Adeliger spielte in Gmunden über Jahre den wohlhabenden Grafen, der nur noch auf die Überweisung von Millionen Euro aus Anleihen wartet. Der 62-Jährige wohnte drei Jahre, ohne zu zahlen, bahnte Millionen-Investitionen an. Jetzt ist der Prozess.

Alle glaubten dem Grafen, der aus einem bayrischen Haus stammt, das im 17. Jahrhundert kurz auch in Besitz vor Schloss Orth gewesen war - er träumte in Gesprächen auch davon, dieses wieder in den Familienbesitz zu bringen.

Mietschulden
Vor drei Jahren zog der Adelige in Gmunden in ein Haus eines 65-jährigen Bekannte ein. Und vergaß, die Miete zu zahlen. „Es sammelten sich 28.000 Euro Mietschulden an und ich konnte ihn erst jetzt aus dem Haus bringen, als ich einem gerichtlichen Vergleich zustimmte, auf 16.000 Euro verzichtete“, so der damalige Immobilienmakler, der dann im Haus noch Schäden von 15.000 Euro vorfand und Anzeige erstattete.

Bis zu fünf Jahre Haft
Die Welser Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen des Verdachts des „schweren gewerbsmäßigen Betruges“ erhoben. Am 23. Dezember wird der Prozess gegen den Adeligen eröffnet, der inzwischen mit seiner Familie in einer Nachbargemeinde von Gmunden sesshaft wurde. Strafdrohung: bis zu fünf Jahre Haft (die Unschuldsvermutung gilt).

Millionenverträge
Auch andere Geschäftspartner des Grafen, denen er immer wieder glaubhaft erzählte und mit Mails belegte, dass er bald zahlen könne, erwägen nun, vor Gericht zu ziehen. So bahnte ein aus dem Innviertel stammender Investment-Berater Beteiligungen und eine Stiftung in Millionenhöhe an, Verträge wurde unterschrieben. Ein Makler soll einen Immobilienkauf von 20 Millionen Euro in die Wege geleitet haben. Geld floss allerdings nie.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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Dienstag, 26. Oktober 2021
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