03.11.2020 17:10 |

„Geh nicht raus“

Diese Männer werden jetzt als Helden gefeiert

Die Terrornacht von Wien hat vier Todesopfer und 22 Verletzte gefordert. Dass es nicht noch mehr Opfer waren, dürfte auch zwei jungen Männern zu verdanken sein, die in der Nähe des Schwedenplatzes eine Frau und einen angeschossenen Polizisten vor dem Kugelhagel der Angreifer in Sicherheit brachten. Mikail Özen und Recep Tayyip Gültekin sind auf Videos zu sehen, wie sie einschreiten, als der Terroranschlag gerade in vollem Gange ist. Kurze Zeit später posteten sie in ihren Social-Media-Kanälen Fotos, die sie mit blutüberströmten Händen zeigen.

Einer der Hilfeleistenden soll auch durch einen Splitter verletzt worden sein, er selber und ein weiterer Freund seien aber wohlauf. Gültekin postete eine Instagram-Story mit der Überschrift: „Das Leben eines Polizisten zu retten hat sich gelohnt.“

Bei den beiden jungen Männern soll es sich um zwei Kampfsportler handeln. Nach der Rettungsaktion sagte Özen: „An alle, die nach unserer Gesundheit fragen, uns geht es sehr gut. Ich schildere kurz einmal das Geschehen. Ich und mein Freund Recep Tayyip Gültekin, wir waren im ersten Bezirk unterwegs, um einen letzten Kaffee vor Beginn der Ausgangssperre zu trinken.“

Polizeibeamten zum Krankenwagen befördert
Dabei seien sie auf einmal mitten im Gefecht gelandet. „Auf einmal sind Schüsse gefallen und Leute sind blutüberströmt auf dem Boden gelegen. Dabei haben wir einer älteren Dame Hilfe geleistet und sie an einen sicheren Ort gebracht. Und dabei haben wir auch gesehen, wie ein Polizeibeamter schwer getroffen worden ist. Er lag am Boden und wir konnten einfach nicht zuschauen und wir sind hingelaufen und haben den Beamten geschultert und haben ihn zum Krankenwagen befördert.“ 

„Wir türkischstämmigen Muslime verabscheuen Terror“
Özen wünscht dem Polizisten „eine gute Genesung“. Er schloss seine Schilderung der Ereignisse mit dem Statement: Eines muss ich noch sagen. Wir türkischstämmige Muslime verabscheuen jegliche Art von Terror. Wir stehen zu Österreich und zu Wien. Wir respektieren Österreich, egal was passiert, wir sind zu jeder Zeit zur Hilfe bereit."

Auf Twitter schrieb ein User: „Es reicht nicht immer aus, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, Mut und Tapferkeit sind auch nötig. Danke!“

Kritik an Wolfsgruß-Postings
Es setzte dennoch auch Kritik an den Lebensrettern. Im Internet posieren die beiden Fans des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan mit dem sogenannten Wolfsgruß der radikalen Grauen Wölfe.

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