69 Mio. Stimmabgaben

US-Wahl: Schon jetzt halb so viele Wähler wie 2016

Ausland
28.10.2020 07:09

Eine Woche vor der US-Präsidentenwahl haben bereits mehr als 69 Millionen Wähler ihre Stimme abgegeben. Damit wählten schon jetzt halb so viele US-Amerikaner wie das beim Urnengang vor vier Jahren insgesamt der Fall war. Beim Rennen zwischen dem siegreichen Donald Trump und der Verliererin Hillary Clinton 2016 nahmen der Wahlkommission FEC zufolge rund 137 Millionen US-Amerikaner an der Bundeswahl teil.

Besonders hoch war die frühe Stimmabgabe dabei im stark umkämpften Texas - dort stimmten schon etwa 87 Prozent der Gesamtzahl an Wählern von vor vier Jahren ab. Hoch war die Beteiligung auch in den für den Wahlausgang so wichtigen US-Staaten Florida und North Carolina.

Briefwahl im Corona-Wahljahr stark nachgefragt
Bei der Wahl am 3. November tritt der republikanische US-Präsident Trump gegen den demokratischen Herausforderer Joe Biden an. Außerdem werden alle Sitze im Repräsentantenhaus und gut ein Drittel der Sitze im Senat neu vergeben. Wegen der Corona-Pandemie wird bei der Wahl in den USA erwartet, dass mehr Bürger als sonst von der Möglichkeit Gebrauch machen, ihre Stimme vor dem eigentlichen Wahltag persönlich oder per Briefwahl abzugeben.

Trump kritisiert schon jetzt Auszählung der Stimmen
Beobachter vermuten, dass die frühen Wähler zu einem größeren Teil für Biden stimmen. Bidens Wahlkampfteam hatte Anhänger aktiv zur frühen Stimmabgabe aufgerufen, während Trump die Briefwahl immer wieder mit Betrug in Verbindung gebracht hatte. Bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Wisconsin kritisierte Trump am Dienstag erneut eine möglicherweise mehrere Tage dauernde Auszählung in einigen Staaten.

US-Präsident Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt am Dienstag in West Salem (Wisconsin). (Bild: AP)
US-Präsident Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt am Dienstag in West Salem (Wisconsin).

„Swing States“ entscheiden über Wahlausgang
In öffentlich bekannten Umfragen schneidet Trump momentan relativ schlecht gegen Biden ab. Wegen des komplexen Wahlsystems, in dem es vor allem auf die US-Staaten ankommt, haben die Erhebungen jedoch nur begrenzte Aussagekraft. Der Wahlausgang wird stark vom Abschneiden der Kandidaten in den jeweiligen „Swing States“ abhängen, also Bundesstaaten, die zwischen einer demokratischen und republikanischen Mehrheit schwanken. Texas ist normalerweise fest in republikanischer Hand. Umfragen deuten aber auf ein knappes Rennen im „Lone Star State“ hin.

Trump rechnet laut eigenen Aussagen weiterhin mit einem Wahlsieg. Die „echten Umfragen zeigen, dass ich gewinne“, schrieb Trump auf Twitter.

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