23.10.2020 15:04 |

Fleisch ohne Fleisch?

Veggie-Burger darf auch ohne Kuh ein Burger sein

Das EU-Parlament hat sich am Freitag gegen einen Bezeichnungsschutz für Fleisch und Fleischprodukte entschieden. Seit Jahren pochen Landwirtschaftsverbände auf ein Verbot von „irreführenden Bezeichnungen“ für vegetarische Alternativen. Damit dürfen Seitan-Schnitzel, Soja-Wurst und Co. weiterhin ihre Namen behalten.

Die Diskussion über das Verbot von Fleischbezeichnungen für Ersatzprodukte hat innerhalb des EU-Parlaments für starke Kontroversen gesorgt. Während dem Gesetzesentwurf zufolge pflanzliche Lebensmittel keine tierisch anmutenden Bezeichnungen mehr hätten tragen dürfen, sorgte das Vorhaben innerhalb des EU-Parlaments für viel Skepsis.

Nur ÖVP wollte Bezeichnungsverbot
Vor allem Landwirtschaftsverbände hatten massiv Werbung für das Verbot der Fleischbezeichnungen für Ersatzprodukte gemacht. Bei der nun erfolgten Abstimmung votierten die österreichischen EU-Abgeordneten gegen einen Bezeichnungsschutz für „Burger“, „Wurst“ und „Schnitzel“ - lediglich die ÖVP wollte einen solchen umsetzen.

ÖVP-EU-Abgeordnete Simone Schmiedtbauer bedauerte in einer ersten Reaktion den Ausgang des Votums. „Wir haben einen funktionierenden Schutz für Milchbezeichnungen, der vom Europäischen Gerichtshof bestätigt wurde. Dass nun auch ein Schutz für Fleischbezeichnungen eingeführt werden sollte, wäre für mich die logische Konsequenz“, so die ÖVP-Agrarsprecherin im EU-Parlament.

Verein gegen Tierfabriken verteidigt Bezeichnungen
„Eine Allianz zwischen Nahrungsmittelmultis und NGOs“ habe gesiegt, so Schmiedtbauer. Der Obmann des Vereins gegen Tierfabriken (VGT), Martin Balluch, hatte im Vorfeld der Abstimmung Wurst- und Fleischbezeichnungen für pflanzliche Alternativen als besonders für jene Menschen wichtig bezeichnet, die erstmals auf fleischlose Alternativen umzusteigen versuchen.

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