14.11.2019 15:21 |

Neben Rind gegrillt

Fleischloser Whopper verärgert viele Vegetarier

Mit der Einführung einer rein pflanzlichen Alternative zum Whopper hat sich die Fast-Food-Kette Burger King viel Kritik eingehandelt. Allerdings nicht von Fleischessern, sondern von Vegetariern: Denn das Laibchen des Rebel Whopper wird auf demselben Rost wie Rindfleisch oder Geflügel gegrillt.

Am 12. November wurde der Rebel Whopper in 25 Ländern, darunter auch Österreich, eingeführt. Damit wollte die Burgerkette dem Trend zu fleischloser Ernährung - wenn auch mit reichlich Verspätung - Tribut zollen. Der Mix aus Sojabohnen, Weizenprotein, Pflanzenöl, Stabilisatoren und Aromen soll dem herkömmlichen Rindfleisch geschmacklich sehr nahe kommen.

Dass der Burgerriese nur wenig Ahnung hat von der Klientel, die er mit dem neuen Produkt ansprechen will, zeigt sich an der Umsetzung: Damit der Whopper wie das Original aus Fleisch schmeckt, wird das vegane Patty über dem Bratrost gegrillt - direkt neben den Rindfleischlaibchen. Das ist für viele Vegetarier ein No-Go. Außerdem ist der Burger nicht vegan, weil Mayonnaise als Sauce gewählt wurde, in der sich Ei befindet.

Schlachtfett könnte auch auf vegane Pattys gelangen
„Obwohl der Rebel Whopper ein pflanzliches Patty hat und kein Fleisch enthält, wird er auf dem gleichen Bratrost wie unser Rindfleisch und Huhn grilliert“, gibt Burger-King-Schweiz-Sprecher Lucas Mörgelin gegenüber „20 Minuten“ zu. Mörgelin betonte jedoch, dass die Fleisch-Pattys rechts, die Veggie-Laibchen jedoch links gebraten würden. Doch auch das ist für einige Vegetarier nicht genug Abstand: Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass Schlachtfett auf die fleischlose Variante gelange, gab der Präsident der Initiative Swissveg, Renato Pichler, gegenüber der Schweizer Zeitung zu bedenken.

„64 Kilogramm Fleisch pro Jahr sind viel zu viel“
„Krone“-Tierexpertin Maggie Entenfellner kommentierte den Fall auf Nachfrage gegenüber krone.at und findet es generell positiv, dass Burger King auch eine vegetarische Alternative anbiete: „Vegetarische Alternativen sind immer zu begrüßen, denn sie geben dem Konsumenten Entscheidungsfreiheit. In weiterer Folge wünschenswert wäre natürlich, dass Restaurantketten auch bei der Herkunft des Fleisches ordentlich nachbessern, sodass man gar kein Tierqual-Gericht mehr kaufen kann.“ Jeder einzelne Konsument sei außerdem gefordert, seine Essgewohnheiten zu hinterfragen. „64 Kilogramm Fleisch isst der Durchschnittsösterreicher pro Jahr - viel zu viel! Das predigen nicht nur wir Tierschützer, sondern auch Klimaforscher. Es wird Zeit, umzudenken: Wir alle sollten unseren Fleischkonsum reduzieren und wenn, dann möglichst bio und regional kaufen.“

Miriam Krammer
Miriam Krammer
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Ihre Cookies sind deaktiviert. Die Seite wird daher möglicherweise nicht korrekt angezeigt.