20.10.2020 09:40 |

16 Jahre nach der Tat

Baby aus Bauch geschnitten: Termin für Hinrichtung

Die Tat war bestialisch und grausam - 16 Jahre nachdem eine US-Amerikanerin einer Schwangeren das Baby aus dem Bauch geschnitten hatte, steht nun der Termin für die Hinrichtung der Täterin fest. Am 8. Dezember soll Lisa Montgomery durch eine Giftspritze getötet werden. 

Die blutige Tat sorgte für internationales Entsetzen. Unter dem Vorwand, einen Welpen von der Hundezüchterin Bobbie Jo Stinnett kaufen zu wollen, fuhr die damals 36-jährige Montgomery im Jahr 2004 zu ihrem späteren Mordopfer nach Kansas. Dort angekommen, griff sie die werdende Mutter an und würgte die 23-Jährige, bis diese in Ohnmacht fiel. Dann nahm sie ein Küchenmesser, schnitt den Bauch von Stinnett auf, die im achten Monat schwanger war, und holte das ungeborene Kind heraus.

Mörderin täuschte vor Tat Schwangerschaft vor
Als die Züchterin während der Bluttat zu Bewusstsein kam, würgte Montgomery sie erneut, bis sie starb. Sie flüchtete anschließend mit dem Baby, das sie als ihr eigenes ausgeben wollte - sie hatte die Monate davor schon eine Schwangerschaft vorgetäuscht. Die Täterin wurde schließlich gefasst und gestand das Verbrechen. Das kleine Mädchen Victoria, das sie entführt hatte, überlebte die Tortur und wuchs schließlich bei seinem Vater auf.

Mörderin wurde in Kindheit von mehreren Männern vergewaltigt
Montgomery wurde schließlich 2007 zum Tode verurteilt. Ihre Anwältin versuchte mehrmals vergebens, die Strafe abzuwehren. „Lisa Montgomery hat seit Langem die volle Verantwortung für ihr Verbrechen übernommen und sie wird das Gefängnis niemals verlassen“, erklärte Kelley Henry. „Aber ihre schwere Geisteskrankheit und die verheerenden Auswirkungen ihres Kindheitstraumas machen ihre Hinrichtung zu einer tiefen Ungerechtigkeit“, so die Anwältin in einer Erklärung am Sonntag. Montgomery wurde als kleines Mädchen von ihrer Mutter mehreren Männern zum Sex angeboten - ein Trauma, das sie nie überwunden habe, so Kelly.

Es ist die erste Hinrichtung einer Frau in den USA seit 67 Jahren, die ein Bundesgericht festgesetzt hatte. Auf Bundesebene fand die letzte Exekution einer Frau im Jahr 1953 statt - Bonnie Heady wurde in einer Gaskammer getötet, weil sie einen Millionärssohn entführt und ermordet hatte. In den einzelnen Bundesstaaten dagegen werden öfters auch weibliche Häftlinge hingerichtet. Zuletzt wurde Kelly Renee Gissendaner in Georgia im Jahr 2015 per Giftspritze getötet, weil sie den Mord ihres Ehemanns beauftragt hatte.

Wie die „Washington Post“ berichtet, betreffen nur ein Prozent aller Hinrichtungen in den USA Frauen. Seit die Todesstrafe im Jahr 1976 wieder eingeführt worden war, wurden bei 16 weiblichen Häftlingen und 1526 männlichen Insassen Todesurteile vollstreckt.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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