13.10.2020 09:45 |

Lawine entdeckt

Heikle Suche nach Alpinist am Großvenediger

Die Suche nach dem seit Samstag am Großvenediger vermissten Osttiroler Bergsteiger konnte dank Wetterbesserung am Montagnachmittag wieder aufgenommen werden. Vom Hubschrauber aus wurde ein Lawinenstrich entdeckt, wegen der heiklen Verhältnisse war ein terrestrischer Einsatz aber nicht möglich. Weiterhin vermisst ist auch ein Deutscher im Wilden Kaiser.

Osttiroler und Salzburger Bergretter waren trotz widriger Bedingungen noch am Samstagabend zum Großvenediger (3662 m) aufgestiegen. Dabei hatten sie im Gipfelbereich den Anriss eines Schneebretts entdeckt. Die Vermutung lag nahe, dass der 57-jährige Einheimische einem Lawinenunglück zum Opfer gefallen sein könnte. Am Sonntag war ob der schlechten Sicht und bis zu 60 Zentimetern Neuschnee keine Suche möglich.

„Derzeit schwierige Verhältnisse“
Einen Tag vor dem Unglück stand auch Sigi Hatzer, Chef der Venediger Bergführer, auf dem Gipfel des vierthöchsten österreichischen Bergs. „Nach der Schönwetterperiode im September fiel insgesamt rund eineinhalb Meter Schnee. Eingeschneiter Oberflächenreif sorgt derzeit für schwierige Verhältnisse“, sagt Hatzer, der mit inzwischen 1044 Venedigerbesteigungen den Berg wie seine Westentasche kennt.

„Wir konnten am Montagnachmittag mit dem Polizeihubschrauber Libelle den Gipfelbereich abfliegen, das Team hat einen Lawinenstrich auf der Südseite des Gipfelgrats gesehen“, sagt Erwin Mariacher, Leiter der Alpinpolizei Osttirol. „Darin wurde auch etwas Verdächtiges entdeckt, die Verhältnisse ließen jedoch das Absetzen von Bergrettern nicht zu“, bedauert Mariacher. Die Suche geht am Dienstag weiter.

Vermisster Deutscher
Immer noch jede Spur fehlt von jenem Bergsteiger aus Bayern, der seit Ende Juni im Wilden Kaiser als vermisst gilt.David R. (40) war am 26. Juni mit dem Fahrrad in die Tiroler Berge aufgebrochen. Lediglich sein Bike wurde am Beginn des Kaiseraufstiegs in Kufstein gefunden.

„Wir haben auch vom Hubschrauber aus gesucht – ohne Ergebnis“, informiert Christoph Silberberger, Leiter der Alpinpolizei Kufstein. Ein im Sommer im „Koasa“ entdecktes T-Shirt hatte die Hoffnung genährt, den Deutschen zu finden. Silberberger: „Wie sich herausstellte, gehörte es aber nicht dem 40-Jährigen.“ Ob sich der Vermisste tatsächlich im Kaiser befindet, ist ohnehin nicht fix. „Er könnte auch vom Bahnhof Kufstein aus weitergereist sein.“

R. ist der einzige verschollene Bergsteiger aus dem Sommer 2020. Im Bezirk Kufstein gelten seit den 1960er-Jahren aber mehr als zehn Personen noch als vermisst.

Peter Freiberger
Peter Freiberger
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