AMS-OÖ-Chef:

„Wichtig ist, die Zuversicht nicht zu verlieren“

Die Schließung des MAN-Werks in Steyr mit Ende 2023 steht im Raum, bei der FACC müssen 630 Mitarbeiter den Flugzeugteilehersteller verlassen - in den letzten Tagen zogen über Oberösterreichs Wirtschaft dunkle Wolken auf. „Ein ungutes Gefühl“ hat deshalb Gerhard Straßer, Chef des Arbeitsmarktservice OÖ.

„Krone“:Herr Straßer, ab Montag erfahren 630 Mitarbeiter bei der FACC, dass sie gehen müssen. Das MAN-Werk in Steyr soll Ende 2023 schließen. Wie geht es Ihnen dabei?
Gerhard Straßer: Die Entwicklung bei MAN sorgt bei mir für ein ganz ungutes Gefühl. 2300 Mitarbeiter sind schon eine Dimension. Würde das so kommen, muss man rechnen, dass noch einmal so viele Beschäftigte bei anderen Betrieben arbeitslos werden. Das wäre ein Wahnsinn.

„Krone“:Ein Wahnsinn, der hoffentlich nicht eintritt.
Straßer: Ich denke nicht, dass es zur Komplettschließung kommt und hoffe, dass der Standort erhalten bleibt. Wie viele Jobs zu retten sind, ist heute völlig offen.

„Krone“:Bei der FACC war seit Monaten vom Jobabbau die Rede. Wie hat sich das Arbeitsmarktservice vorbereitet?
Straßer: Dass der Schritt nicht in Etappen passiert, sondern alle auf einmal ihren Job verlieren, tut dem Arbeitsmarkt nicht gut. Wir sind intensiv mit der FACC und dem Betriebsrat in Kontakt, werden alles tun, um die Menschen zu vermitteln oder ihnen gute Qualifizierungsangebote zu machen. Wichtig ist, die Zuversicht nicht zu verlieren. Die Wirtschaft springt wieder an.

„Krone“:Abseits der aktuellen Krisenherde: Wie entwickelt sich die Lage in Oberösterreich?
Straßer: 76.000 Oberösterreicher sind noch in Kurzarbeit. Die Zahl der Arbeitslosen ist seit Ende August von 44.000 auf 40.000 zurückgegangen. Es ist überraschenderweise sehr gut gelaufen, aber wir rechnen nicht, dass es so bleibt. Größenordnungen wie bei der FACC wirken sich aus. Aber man darf auch nicht unterschätzen, wenn kleinere und mittlere Betriebe Einzelne entlassen. Trennen sich 2000 Firmen von jeweils drei Mitarbeitern, werden auch 6000 arbeitslos.

Barbara Kneidinger
Barbara Kneidinger
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Donnerstag, 22. Oktober 2020
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