19.09.2020 17:00 |

Ein Jahr in Tirol

Die Blitzkarriere der Gesundheitshotline 1450

Vor genau einem Jahr startete in Tirol die Gesundheitshotline 1450. Heute kennt sie das ganze Land unter dem Begriff Corona-Telefon. Die 1450 brach schon so manchen Rekord, erntete viel Kritik und ist dennoch unersetzlich.

Von 40 bis 50 Anrufe pro Tage sprach Bernd Noggler, Chef der Tiroler Leitstelle, als er im September 2019 die neue 24-Stunden-Gesundheitshotline in seinem Haus vorstellte. 40 bis 50 Anrufe pro Tag – heute muss Noggler über seine damalige Prognose schmunzeln: „Als das mit Corona richtig losging, wurde die 1450 an Spitzentagen bis zu 15.000-mal gewählt. Klar, dass nicht alle Anrufer durchgekommen sind. Der Ansturm war extrem.“ Seit Anfang März gingen an die 160.000 Anfragen ein.

7,3 Vollzeitstellen waren vor einem Jahr für die von Land, Bund und Sozialversicherung eingerichtete telefonische Gesundheitsberatung vorgesehen. Die Kummernummer für kleinere Wehwehchen sollte sie sein, für Beschwerden, die nicht gleich einen Arzt brauchen. Seit März ist alles anders!

Mehr Personal im Herbst
„Wir haben derzeit zwölf diplomierte Pflegekräfte im Einsatz und dazu noch eigene Covid-Teams, die mit Hilfe von Checklisten die Anrufer an die richtige Stelle weiterleiten“, beschreibt Noggler den aktuellen Stand. Doch für den Herbst wird das nicht reichen. Das ist allen bewusst. Das Land hat angekündigt, weitere Mitarbeiter einzustellen. Gesundheits-LR Bernhard Tilg verweist auf einen dementsprechenden Regierungsbeschluss: „Auch in den nächsten Monaten wird die 1450 eine der wichtigsten Anlaufstellen zum Thema Corona bleiben.“

Kritik von vielen Seiten
Die schnelle Hilfe am Telefon – so lautet der Werbeslogan der Hotline. Aber jeder weiß: Geschwindigkeit ist relativ. Die Verantwortlichen mussten in den vergangenen Monaten viel Kritik einstecken, weil die Hilfe aufgrund von Überlastung oft im Schneckentempo daherkam. Anrufer berichten von zum Teil tagelangen Verzögerungen. „Das ist natürlich nicht unser Anspruch. Aber die Kapazitäten lassen sich leider nicht von heute auf morgen endlos erweitern. Das geht rein technisch gar nicht. Wir können also nur auf das Verständnis der Bevölkerung hoffen, wenn es wieder einmal Wartezeiten geben sollte“, beschreibt Noggler das Dilemma.

Seine Mitarbeiter mussten sich schon so manche Beschimpfung von entnervten Anrufern gefallen lassen. Was da an Beleidigungen dabei ist, möchte er lieber nicht ausführen: „Zum Glück sind die meisten Anrufer sehr dankbar für Rat und Hilfe.“

Kernaufgaben bleiben
Ein Jahr im Amt – und schon so prominent. Den Begriff Corona-Telefon hört Noggler aber ungern: „Auch wenn das Hauptthema Covid-19 ist, die Gesundheitshotline hilft auch bei anderen Fragen.“

Claudia Thurner
Claudia Thurner
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