Sieg im Innviertel

Joker Hierländer schießt "Bullen" zu 2:1 über Ried

Fußball
03.10.2010 20:48
Meister Red Bull Salzburg hat am Sonntagabend im fünften Anlauf den ersten Bundesliga-Auswärtssieg in dieser Saison fixiert. Die "Bullen" setzten sich wie schon vor einer Woche gegen die SV Ried - diesmal mit 2:1 (0:0) - durch und verkürzten damit den Rückstand auf Tabellenführer Wacker Innsbruck auf acht Punkte.

Die in der ersten Hälfte noch farblos gebliebenen Salzburger (zwölf Punkte) gingen inmitten der besten Phase durch David Mendes (58.) in Führung. In einer packenden Schlussphase schafften die Rieder durch Anel Hadzic den Ausgleich (85.), Stefan Hierländer (87.) rettete seiner Mannschaft mit seiner ersten Ballberührung per Kopf aber noch den Sieg. Die Oberösterreicher (18) verpassten mit der zweiten Niederlage in Folge den Sprung an die Tabellenspitze.

Salzburg-Coach Huub Stevens hatte drei Tage nach dem Europa-League-Spiel bei Lech Posen mit einer Ausnahme mit derselben Formation begonnen, die in Polen mit 0:2 verloren hatte. Für den leicht angeschlagenen Gonzalo Zarate rückte Jakob Jantscher in die Mannschaft. Der Brasilianer Alan durfte sich neuerlich als Solospitze versuchen.

Bullen vor der Pause spielerisch schwach
Wie so oft in der laufenden Saison vermochten die Stevens-Schützlinge aber vor der Pause nicht spielerisch zu überzeugen. Die einzige Ausbeute in Hälfte eins war ein Freistoß von der Strafraumgrenze von Simon Cziommer, den Ried-Goalie Wolfgang Hesl zur Ecke parierte (31.).

Die Oberösterreicher übernahmen in einer sehr kampfbetonten Partie angetrieben von den 7.600 Fans in der ausverkauften Keine-Sorgen-Arena nach der Anfangsviertelstunde etwas das Kommando und wirkten leicht gefährlicher als der Titelverteidiger. Allerdings fand die Truppe von Coach Paul Gludovatz auch nur eine nennenswerte Tormöglichkeit vor: Bei einem Gewaltschuss von Ewald Brenner aus 25 Metern konnte sich Salzburg-Tormann Gerhard Tremmel auszeichnen (16.).

Ersatzgeschwächt Rieder kämpften tapfer
Ansonsten kämpften die nach den Ausfällen von Jan-Marc Riegler, Florian Mader, Stefan Lexa, Peter Hackmair, Thomas Gebauer und Hubert Auer stark ersatzgeschwächten Innviertler tapfer. Die Defensive rund um Oliver Glasner stand sicher, ließ nichts zu. Der Abwehr-Routinier und Kapitän, der zuletzt am 31. Juli im Heimderby gegen den LASK (1:0) gespielt hatte, gab sein Comeback im Rieder Dress.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Salzburger wie ausgewechselt aus der Kabine, schnürten die Rieder in der eigenen Hälfte ein und boten ein wahres Offensivfeuerwerk. Der Führungstreffer war nur eine Frage der Zeit. Daniel Royer rettete in höchster Not vor Dusan Svento (54.), zudem konnte sich Hesl sowohl bei einem Alan-Kopfball (55.) sowie einer "tausendprozentigen" Chance des Brasilianers nach einem mustergültigen Querpass von Svento (57.) auszeichnen.

Eine Minute später war die HSV-Leihgabe dann aber geschlagen. Nach einem idealen Lochpass von Christoph Leitgeb schoss Mendes zum völlig verdienten 1:0 ein (58.). Mit dem Vorsprung im Rücken gingen es die "Bullen" etwas ruhiger an, hörten mit dem Fußballspielen auf und zogen sich zurück, was sich fast noch rächen sollte.

Joker Hierländer rettet "Bullen" den Sieg
Die Gludovatz-Elf drückte auf den Ausgleich und wurde für die Offensivbemühungen in der 85. Minute belohnt. Nach einem schönen Doppelpass mit Robert Zulj schoss Hadzic aus 20 Metern ein. Die Stevens-Truppe schlug aber postwendend zurück. Nach einem Latten-Kopfball von Rabiu Afolabi staubte der kurz zuvor eingewechselte Hierländer (87.) per Kopf zum 2:1-Endstand ab.

Meinungen zum Spiel
Gerhard Schweitzer (Ried-Co-Trainer): "Wir müssen Salzburg zu den drei Punkten gratulieren. Die erste Hälfte war ziemlich ausgeglichen, mit einer leichten Feldüberlegenheit für Salzburg. Wir haben wenig zugelassen. In den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte haben wir dann das Zentrum aus den Augen verloren, Lücken gehabt, sind nicht gut in den Zweikämpfen gewesen und haben Svento nicht im Griff gehabt. Die Schlussphase war turbulent. Wir waren knapp dran, dem Meister einen Punkt abzuknöpfen, waren aber ein bisschen unglücklich. Anel Hadzic spielt momentan einen super Herbst, hat seine Leistung stabilisiert, er ist für uns ein Glücksfall."

Huub Stevens (Salzburg-Trainer): "Ich war zur Pause ganz ruhig, habe den Spielern gesagt, dass sie mehr nach vorne spielen müssen, weil Alan zu wenig Unterstützung bekommen hat. Das 1:0 war ein super Tor. Wenn ich mir unsere Chancen nach der Pause ansehe, hätten wir klarer als mit 1:0 in Führung gehen müssen. Wir haben wieder viele Chancen vergeben, aber auch zwei Tore erzielt und gewonnen. Deshalb bin ich auch zufrieden. Die Pause ist schlecht für uns, weil wir immer noch einige Spiele nachzulegen haben. Wir müssen die Pause aber nützen und mit viel Selbstvertrauen in das Spiel gegen Kapfenberg gehen."

Stefan Hierländer (Salzburg-Torschütze zum 2:1): "Eine gewisse Verunsicherung ist in der Mannschaft, wichtig sind die drei Punkte, mein Tor ist nebensächlich. Es ist mein Job, Tore zu machen. Dass es heute mit der ersten Ballberührung geklappt hat, ist umso schöner. Dieser Sieg war sehr wichtig für uns, ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung - auch für das Selbstvertrauen."

Anel Hadzic (Ried-Torschütze): "Wir waren phasenweise sogar die bessere Mannschaft, aber im Endeffekt zählt nur, dass Salzburg ein Tor mehr gemacht hat. Wir haben als bessere Mannschaft verloren."

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(Bild: KMM)



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