12.08.2020 07:42 |

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Updates für Boeing 747 kommen auf Floppy-Disk

Die Generation Smartphone kennt sie gar nicht mehr, aber auch bei erfahrenen PC-Nutzern ist die Floppy-Disk heute ein Relikt der Vergangenheit. Im Wirtschaftsumfeld ist die gute alte Diskette aber nach wie vor im Einsatz: Wie eine IT-Firma entdeckt hat, erhält beispielsweise Boeings 747-Jumbojet nach wie vor Updates auf Disketten.

Das geht aus einem Video der Firma Pen Test Partners hervor, die sich auf die Sicherheitsprüfung von Firmen-IT spezialisiert hat. Sie erhielt bei British Airways Zugang zur derzeit ohnedies am Boden befindlichen 747-Flotte und konnte sich die Computertechnik des Riesenjets näher ansehen.

3,5-Zoll-Diskettenlaufwerk im Cockpit
Neben der Flugtechnik, die für den Reisenden unsichtbar unter dem Passagierdeck untergebracht ist und an Server-Racks in Rechenzentren erinnert, sorgte bei der Visite der IT-Experten vor allem das Diskettenlaufwerk im Cockpit für Staunen.

Dort spielen Techniker alle 28 Tage neue Navigationsdaten ein. Insgesamt acht Disketten werden dafür nach der Reihe ins Floppy-Laufwerk geschoben und die darauf befindlichen Daten an den Navigationscomputer übertragen. Eine langwierige Prozedur, die mit einem USB-Stick wohl deutlich schneller von der Hand ginge.

Wie das IT-Portal „The Register“ berichtet, haben andere Airlines das Diskettenlaufwerk der 747 daher mittlerweile durch modernere Lösungen ersetzt, bei British Airways kam dagegen bis zuletzt alle 28 Tage ein Techniker mit einem Satz 3,5-Zoll-Disketten ins Cockpit.

Das Video wurde bei der heuer ausschließlich online stattfindenden Hackerkonferenz Def Con präsentiert und zeigt das wachsende Interesse der IT-Security-Gemeinschaft am Thema Luftfahrt. Immerhin sind neuere Passagierflugzeuge mit Glasfasernetzwerken durchzogen, wichtige Systeme werden von Server-Infrastruktur gesteuert, wie man sie auch in einem Büro finden könnte.

Flugzeug-Sicherheit großes Thema in der IT-Welt
In IT-Security-Kreisen versucht man seit Langem, in die IT-Systeme von Flugzeugen einzudringen - und hat das zumindest bei der Bord-Entertainment-Lösung von British Airways im vergangenen Jahr auch geschafft. Auf IT-Sicherheitskonferenzen wurden bereits Angriffsszenarien beschrieben, mit denen ein Flugzeug theoretisch vom Kurs abgebracht werden könnte.

Doch es muss gar kein Hackerangriff sein: Welche Folgen unzureichend erprobte Software in einem Passagierflugzeug haben kann, zeigte sich im März letzten Jahres, als eine Boeing 737 Max der Ethiopian Airlines abstürzte. Unglücksursache war - genau wie bei einem ähnlichen Absturz kurz zuvor - ein Software-Fehler, der seit Jahren bekannt gewesen sein soll. Mehr als 340 Menschen fanden bei den beiden Abstürzen den Tod.

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