09.08.2020 12:17 |

Zahmer Ex-Kritiker

Dornauer stellt sich klar hinter Rendi-Wagner

Der Tiroler SPÖ-Chef stellt sich klar hinter die Bundesparteichefin. Ginge es nach ihm, soll Pamela Rendi-Wagner die SPÖ auch bei der nächsten Nationalratswahl als Spitzenkandidatin anführen. Sollte die Bundesparteichefin beim Bundesparteitag im kommenden Jahr erneut zur Vorsitzenden gewählt werden, müsse dies „selbstverständlich“ sein. Dornauer hat dabei eine rot-türkise Koalition im Bund als Ziel.

Eine prozentuelle Latte für die Wahl zur Vorsitzenden im kommenden Jahr wollte Dornauer Rendi-Wagner nicht legen: „Ob es 80 Prozent oder 95 Prozent sein werden, spielt eigentlich keine Rolle und wird überbewertet“. Er gehe davon aus, dass die Vorsitzende ein „tadelloses Ergebnis“ einfahren werde. Er sei zudem davon überzeugt, dass Rendi-Wagner wiedergewählt wird, „weil ich auch keinen anderen sehe“.

Kritiker nun handzahm
Dornauer, der seine Bundesparteichefin in der Vergangenheit eher kritisch gesehen hatte, findet nun lobende Worte für sie: „Die Parteichefin sitzt fester im Sattel denn je. Wo sie auch hinkommt, kommt sie an. Ich weiß, dass diese Frau das kann und will“. Wäre dies anders, wäre Rendi-Wagner „schon selber so gescheit“ zu erkennen, dass man nicht vom Fleck komme - und würde selbst eine entsprechende Entscheidung fällen.

Keine Personaldebatte
Die wiederholten Querschüsse von Burgenlands SPÖ-Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil, sah Dornauer indes nicht als das Lostreten einer Personaldebatte. Dieser habe lediglich eine inhaltliche Debatte anstoßen wollen, indem er zum Ausdruck gebracht habe, das man - etwa mit Blick auf den Mindestlohn und die Anstellung pflegender Angehöriger - noch schärferer Akzente in der linken Politik setzen solle.

Auf die Frage, ob Doskozil, der sich auch einem „Krone“-Interview mit Conny Bischofberger stellte, nicht auch ein möglicher Nationalratswahl-Spitzenkandidat wäre, meinte der Tiroler Parteichef: „Der Hans Peter hat gesagt, er bleibt im Burgenland. Und das Burgenland braucht den Hans Peter mehr denn je. Er kämpft wie ein Löwe“, spielt Dornauer auf den Commerzialbank-Skandal an.

Ziel ist rot-türkise Koalition
Das Ziel für die Bundespartei bei der kommenden Wahl müsse die Wiedererlangung des Führungsanspruches und eine rot-türkise Koalition sein: „Ich bin im Herzen ein Großkoalitionär“. Eine mögliche Koalition mit der FPÖ schloss Dornauer aus.

Kritik am Corona-Management
Landespolitisch schoss sich Dornauer weiter auf das Corona-Krisenmanagement des Landes ein. Er bleibe bei seiner Beurteilung, dass es „Fehlentscheidungen“ gegeben habe. Sollte im Bericht der installierten Expertenkommission herauskommen, dass es „zu Fehleinschätzungen von Dingen gekommen ist, die man wissen hätte müssen“, müsse es politische Konsequenzen geben.

Es sei ein Fehler gewesen, dass im Einsatzstab nicht früher „Epidemiologen, Infektiologen und Virologen“ eingesetzt wurden. Der Bund wiederum habe das „katastrophale Ausreisemanagement“ aus den Corona-Hotspots zu verantworten. Neben einem Sonderlandtag in Tirol werde die SPÖ auf Bundesebene auf einen Corona-Untersuchungsausschuss drängen.

Dornauer schließt „fliegenden Wechsel“ aus
Trotz einiger Turbulenzen glaubte der 37-Jährige an ein Weiterbestehen der schwarz-grünen Koalition in Tirol. Ein mitunter kolportierter „fliegender Wechsel“ zu Schwarz-Rot komme nicht infrage. Deklariertes Ziel für die Landtagswahl sei zum einen ein prozentueller Zugewinn von den momentanen 17,25 Prozent aus, zum anderen eine rote Regierungsbeteiligung.

Dabei wäre Schwarz-Rot die realpolitisch wahrscheinlichste Variante, wenngleich er die ÖVP nach 70 Jahren Regierungsverantwortung gerne in Pension schicken würde. Mit ÖVP-Landeshauptmann Platter habe er aber ein gutes Einvernehmen und könne sich auch eine Regierungszusammenarbeit vorstellen: „Ich kann mit dem Menschen Günther Platter“, so Dornauer.

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