Klarheit erfreut Liga

Aus von Mattersburg für Ebenbauer „richtig“

Da der SV Mattersburg am Mittwochabend angekündigt hat, einen Konkursantrag zu stellen, hat die Fußball-Bundesliga Klarheit, was die Teilnehmer für die neue Saison betrifft. „Ich habe die Entscheidung sehr positiv aufgenommen, weil es einfach Planungssicherheit für die Bundesliga und die Clubs schafft und in weiterer Folge auch die Clubs der 2. Liga“, erläuterte Liga-Vorstand Christian Ebenbauer.

Am 15. Juli war der Bilanzskandal rund um die Commerzialbank Mattersburg publik geworden. Die Bank war der größte Geldgeber der Burgenländer, Bankchef Martin Pucher war zugleich Langzeitpräsident des SVM. „Ich habe mit den Verantwortlichen in den letzten zwei Wochen viele Gespräche geführt und auf die Risiken hingewiesen. Es war im Prinzip ein sehr produktiver Austausch. Die Entscheidung jetzt war die völlig richtige, weil die Lawine, die auf den Fußballclub zurollt, ausgelöst durch die Commerzialbank, aus meiner Sicht unabsehbar ist“, schilderte Ebenbauer.

Diverse Instanzenzüge, die aufgrund eines vom Senat 5 eingeleiteten Verfahrens gegen Mattersburg folgen hätten können, werden nun nicht in Anspruch genommen. „Dadurch kann man hoffentlich sicher sein, dass die Saison mit 12 Clubs gestartet und auch mit 12 Clubs beendet wird“, schilderte Ebenbauer. Ganz sicher darf man sich in Zeiten der Corona-Pandemie allerdings nie sein. „Die letzten sechs Monate haben gezeigt, dass man beim Schlafengehen noch nicht weiß, was der nächste Tag bringt.“

Im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens waren bei Mattersburg keine Probleme deutlich geworden. „Wenn man sieht, dass da nie Unstimmigkeiten bei der Wirtschaftsprüfung aufgetreten sind, kann sich auch der Senat 5 wenig vorwerfen“, meinte Ebenbauer. Aus seiner Sicht sei zudem das Lizenzierungsverfahren in Österreich eines der strengsten in Europa.

Da die Bundesliga mit einem Aus von Mattersburg aufgrund der jüngsten Entwicklungen rechnen musste, hatte man zuletzt schon in zwei Richtungen geplant. „In erster Linie was den Spielplan betrifft, da haben wir uns gewappnet“, sagte der Wiener. Nun verbleibt die sportlich abgestiegene WSG Tirol im Oberhaus und darf versuchen, es in der zweiten Saison in der Bundesliga besser zu machen. „Das Wichtigste ist, dass die WSG Tirol jetzt endlich ihren Kader planen kann“, so Ebenbauer. Die Tiroler treten nun neuerlich im Innsbrucker Tivoli Stadion Tirol an, in der 2. Liga wäre das Gernot Langes Stadion in Wattens die Heimat gewesen.

Auf die TV-Verträge hat das Ende von Mattersburg keine Auswirkungen, die sind darauf ausgerichtet, dass zwölf Mannschaften am Bewerb teilnehmen. In der 2. Liga sollen nun die Rapid Amateure den vakanten 16. Platz einnehmen. Das ÖFB-Präsidium muss den eingebrachten Antrag der Bundesliga noch absegnen. Das dürfte allerdings nur Formsache sein. „Ich gehe davon aus, dass es die Zustimmung geben wird, weil alle ein Interesse daran haben, dass wir mit 16 Clubs spielen“, so Ebenbauer. Die Sturm Graz Amateure hatten kein Interesse am Aufstieg, kein anderer Club wäre sonst infrage gekommen.

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Montag, 21. September 2020
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