28.07.2020 12:14 |

Beachtliche Karriere:

Flüchtling brachte es bis zum Direktor

Als Chef der Finanzlandesdirektion und oberster Dienstherr der burgenländischen Zollbeamten erlebte Manfred Frey 1989 den Fall des Eisernen Vorhanges mit. 44 Jahre zuvor war der heute 80-Jährige selbst als Flüchtling aus der Tschechoslowakei nach Österreich gekommen. Seinen Geburtsort besucht er regelmäßig.

„Meine Eltern waren deutschsprachige Altösterreicher aus Joslowitz in Südmähren“, schildert Frey. Das Dorf nahe der niederösterreichischen Grenze fiel 1918 mit dem Ende der Monarchie an die neu gegründete Tschechoslowakei. 1945/46 wurden fast alle deutschsprachigen Bewohner vertrieben: „Meine Familie auch. Ich war damals gerade einmal fünf Jahre alt. Wir haben alles verloren.“

Doch die Eltern schafften mit harter Arbeit und viel Fleiß einen Neuanfang in der Landwirtschaft. „Mir gaben sie mit auf den Weg, in der Schule fleißig zu sein“, erinnert sich der heute 80-Jährige. Und er befolgte diesen Rat. Nach der Matura studierte Frey Jus und begann bei der Finanzverwaltung zu arbeiten. Im Laufe der Jahre kletterte der junge Mann die Karriereleiter nach oben und wurde 1986 schließlich Präsident der Finanzlandesdirektion für das Burgenland, Niederösterreich und Wien: „Damit unterstanden mir auch sämtliche Zollbeamte.“

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Viele Joslowitzer sind heute noch eng mit ihrem Dorf verbunden. Wir pflegen gute Kontakte zu den jetzigen Bewohnern.

Manfred Frey zur "Krone"

Beim Fall des Eisernen Vorhanges 1989 war Frey dabei, als Tausende DDR-Flüchtlinge aus Ungarn bei Klingenbach und Nickelsdorf ins Burgenland strömten. Sein heute in Tschechien gelegenes Geburtsdorf besucht der Pensionist regelmäßig.

Und er freut sich, dass es - nicht zuletzt auch auf Initiative ehemaliger Bewohner - dort noch Spuren der österreichischen Vergangenheit gibt: „Denn ein Teil meines Herzens ist immer in Joslowitz geblieben.“

Kronen Zeitung

 Niederösterreich-Krone
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