22.07.2020 08:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

Stornokosten für Reise, die nicht stattfinden kann

Wie unübersichtlich die derzeitige Situation bei gebuchten Reisen - vor allem deren Stornierung - ist, zeigt der Fall einer Familie aus Wien.  Sie bleibt vorläufig auf hohen Stornokosten für ihren im Dezember gebuchten Portugalurlaub sitzen. Nach unserer Anfrage will man den Kunden ein wenig entgegenkommen.

Eigentlich wäre Familie S. am Montag nach Portugal geflogen.Gebucht haben die Wiener die einwöchige Pauschalreise im Dezember online. „Dort wurde damit geworben, dass die Reise bis 14 Tage vor Abflug gratis storniert werden kann“, erinnert sich Frau S. Deshalb hat sie sich auch keine Sorgen gemacht, als sie die Reise wegen der Coronavirus-Pandemie bereits Mitte Juni abgesagt hat. Immerhin gab es schon da eine Reisewarnung der Stufe 6 für Portugal und keine Flugverbindungen. „Außerdem habe ich in den Geschäftsbedingungen des Reiseveranstalters LMX Reiseservice GmbH gelesen, dass bei einem Storno bis 30 Tage vor Reiseantritt nur 30 Prozent Stornokosten anfallen“, so die Wienerin.

Sie wollte auf Nummer sicher gehen und hat 32 Tage vorher storniert. Dann kam das böse Erwachen. Der Reiseveranstalter verlangte 85 Prozent des Reisepreises als Storno. LMX hat Familie S. Ende Juni auch mitgeteilt, dass die gebuchte Reise (nach damaligem Kenntnisstand) stattfinden können werde. Das kann sie natürlich nicht. Für Portugal gibt es nach wie vor die Reisewarnstufe 6 und keine Flüge.

Angebot, Stornokosten auf Flugpreis zu reduzieren
Die Ombudsfrau hätte, genauso wie Frau S., von LMX gerne gewusst, wie sich die Stornokosten von mehr als 1000 Euro zusammensetzen — für eine Reise, die gar nicht stattfinden kann. Eine Antwort blieb man schuldig. Man verwies lediglich darauf, dass die Stornokosten eben so hoch sind. Man bietet jetzt aber immerhin an, die Stornokosten auf die reinen Flugkosten zu reduzieren. Wie hoch die sind, teilte man uns jedoch nicht mit…

Unser Tipp: Vor einem etwaigen Storno einer Reise Experten fragen. Etwa die Reiserechts-Hotline des Vereins für Konsumenteninformation unter der Telefonnummer 0800 201 211, Montag bis Freitag von jeweils 9 bis 12 Uhr, erreichbar noch bis zum 31. Juli 2020.

 Ombudsfrau
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