14.07.2020 21:08 |

Studie in Frankreich

Corona-Infektion im Mutterleib nachgewiesen

Vereinzelte Berichte über die Infektion von Neugeborenen mit dem neuartigen Coronavirus haben Virologen schon vermuten lassen, dass sich diese Kinder bereits im Mutterleib angesteckt haben. Nun ist es einer französischen Forschergruppe aber erstmals gelungen, den Übertragungsweg nachzuweisen.

Ein im März geborener Bub habe nach der Geburt unter Hirnschwellungen und neurologischen Symptomen gelitten, wie sie bei Erwachsenen mit Covid-19 auftreten, erklärten die Ärzte in einer am Dienstag publizierten Studie im Fachmagazin „Nature Communications“. „Wir haben gezeigt, dass die Übertragung von der Mutter auf den Fötus über die Plazenta in den letzten Wochen der Schwangerschaft möglich ist“, sagte der Leiter der Studie, Daniele De Luca.

Laut De Luca, der im Antoine-Beclere-Krankenhaus in der Nähe von Paris arbeitet, war die Virus-Konzentration im vorliegenden Fall in der Plazenta am höchsten. Von dort sei das Virus durch die Nabelschnur zum Baby gelangt. Das Baby habe 24 Stunden nach der Geburt begonnen, schwere Symptome zu zeigen. Der Studie zufolge wurde der Körper steif und das Baby zeigte eine extreme Reizbarkeit sowie eine Schädigung des weißen Gewebes im Gehirn.

Neugeborener erholte sich nach drei Wochen
Bevor die Ärzte jedoch mit einer Behandlung begannen, hätten die Symptome nachgelassen. Innerhalb von drei Wochen erholte sich das Neugeborene laut Studie aus eigener Kraft fast vollständig. Drei Monate später war auch die Mutter symptomfrei. „Die schlechte Nachricht ist, dass dies tatsächlich passiert ist und passieren kann. Die gute Nachricht ist, dass es selten ist - sehr selten im Vergleich zur gesamten Weltbevölkerung“, beruhigte De Luca.

Ansteckungsrisiko ist aber sehr gering
Britische Medizinprofessoren, die nicht an der Studie beteiligt waren, bestätigten ebenfalls die relativ geringe Wahrscheinlichkeit einer Übertragung im Mutterleib. Unter den Tausenden von Babys, die von Müttern mit Covid-19 geboren wurden, seien nicht mehr als ein oder zwei Prozent positiv auf das Virus getestet worden, und noch weniger zeigten ernsthafte Symptome.

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