06.07.2020 10:00 |

Vater „schockiert“

In-App-Käufe: Elfjährige verprasst über 5000 Euro

Dass durch sogenannte In-App-Käufe schnell horrende Summen zusammenkommen können, hat jetzt auch ein Vater in Großbritannien erfahren müssen. Er zahlte seiner elfjährigen Tochter 4,99 Pfund für eine App - und bekam einen Monat später die Rechnung über 4642 Pfund serviert, umgerechnet knapp 5140 Euro.

Wie die BBC berichtet, hatte Steve Cumming Mitte April dem Wunsch seiner Tochter nachgegeben und einmalig 4,99 Pfund für den Download der Spiele-App „Roblox“ gezahlt. Die Kosten beglich er per Kreditkarte und dachte sich laut eigenen Angaben anschließend „nichts weiter dabei“. Stutzig wurde er erst, als er sich wenige Wochen später fürs Online-Banking anmeldete. „Ich bin nicht sehr technisch versiert. Wegen des Coronavirus konnte ich die Bank nicht besuchen und wollte keine Geldautomaten benutzen, also beschloss ich, mich für Online-Banking anzumelden“, schildert der 72-Jährige.

„Sie dachte, sie spielt mit ‚Monopoly‘-Geld“
Als er sich zum ersten Mal einloggte, stellte er schockiert fest, dass 4642 Pfund verschwunden waren und er sich in seinem Überziehungskredit befand. Er sei erstaunt gewesen, „Hunderte und Aberhunderte von Einzeltransaktionen zu sehen, alle zwischen 0,99 und 9,99 Pfund“. Cumming: „Ich dachte, ich sei betrogen worden.“ Als die Schuldige konnte jedoch schnell seine elfjährige Tochter ausgeforscht werden, die durch In-App-Käufe die Rechnung in die Höhe getrieben hatte. „Sie dachte, sie spielt mit ‚Monopoly‘-Geld. Es kam ihr nicht real vor“, wird Cumming von der BBC zitiert.

Der Vater räumt ein, das Kleingedruckte nicht gelesen zu haben, als er seiner Tochter erlaubte, zunächst 4,99 Pfund für die App auszugeben. Wie es in einem für Kinder gedachten Spiel jedoch möglich sein kann, innerhalb weniger Wochen Tausende Pfund auszugeben, kann er nicht nachvollziehen. „Wie kann es diesen Unternehmen erlaubt sein, Minderjährige in diese Spiele zu locken? Menschen in die Falle zu locken, die verletzlich sind?“, fragt Cumming.

Kosten zurückerstattet
Immerhin: Zahlen musste der Vater die Rechnung am Ende nicht. Roblox erstattete den Betrag zurück. Gegenüber der BBC betonte das Unternehmen: „Wir bemühen uns, unautorisierte Käufe zu verhindern, indem wir Maßnahmen ergreifen, wie z.B. keine Rechnungsinformationen zu speichern, und arbeiten direkt mit den Eltern zusammen, um angemessene Rückerstattungen zu ermöglichen, wann immer dies möglich ist, was in diesem Fall der Fall ist.“

Man ermutige zudem Eltern, „ihre Zahlungseinstellungen bei Diensten von Drittanbietern wie Google Play zu überprüfen, da sie in der Regel die Möglichkeit haben, für jeden getätigten Kauf ein Passwort zu verlangen und/oder zu verhindern, dass Informationen in den Browsereinstellungen gespeichert werden, die eine Wiederverwendung ermöglichen könnten“.

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