04.07.2020 05:00 |

Muttermalkontrolle

Auf den Hautcheck nicht vergessen!

Die regelmäßige Kontrolle der Muttermale ist eine bedeutende, aber meist noch immer unterschätzte Maßnahme zur Krebsvorsorge. Wichtig auch, immer entsprechenden Sonnenschutz verwenden.

Ein harmloser Leberfleck oder ein Melanom? Für einen Laien ist es nicht einfach, diesen Unterschied festzustellen. Nur eine regelmäßige Überprüfung beim Hautarzt ermöglicht, Erkrankungen rechtzeitig zu erkennen. „Die Untersuchung von Muttermalen ist deshalb wichtig, weil die ersten Veränderungen nur mit einem Dermatoskop, also einer Lupe sichtbar sind. Kann man die Veränderung mit dem freien Auge wahrnehmen, ist sie meist schon fortgeschritten“, erklärt der Vorarlberger Hautarzt DDr. Gerald Rehor. „Vor allem beim schwarzen Hautkrebs, dem Melanom, ist eine Früherkennung wichtig, weil die Metastasierung rasch eintreten kann.“ Mit über 5000 neuen Fällen pro Jahr stellt das maligne Melanom („schwarzer Hautkrebs“) in Österreich die häufigste bösartige Erkrankung bei unter 40-Jährigen dar. Ein von den Pigment bildenden Zellen (Melanozyten) ausgehender Tumor erscheint anfangs als dunkler Fleck, der mit der Zeit Farbe und Form verändert, erhaben und knotig werden kann.

Jährlich die Muttermale überprüfen lassen
Neu auftretende Muttermale sind meist harmlos, dennoch sollte man jede Hautveränderung vom Facharzt abklären lassen. Wer zahlreiche gutartige „Leberflecke“ hat, trägt ein höheres Risiko, dass eines davon entartet.Als Alarmzeichen gelten Symptome laut ABCDE-Regel: Asymmetrie, unscharfe Begrenzung, Colour (wechselnde Farbe innerhalb des Males), Durchmesser, Erhabenheit. Weitaus häufiger, aber mit deutlich weniger aggressivem Verlauf tritt der „helle/weiße Hautkrebs“ auf. Die in dieser Gruppe zusammengefassten Erkrankungen beinhalten neben dem Basaliom auch das Plattenepithelkarzinom (kann Metastasen bilden) sowie die als Tumorvorstufe geltende Aktinische Keratose. Obwohl das Basaliom nicht nur als häufigste Form von Hautkrebs, sondern der menschlichen Tumoren generell gilt, bleibt es meist lange unbemerkt oder unterschätzt.

Wichtigste Vorsorge ist der Sonnenschutz
Alle Arten solcher Tumoren sind heilbar, wenn sie frühzeitig erkannt und behandelt werden. Dank moderner diagnostischer Geräte lassen sich sowohl schwarzer sowie weißer Hautkrebs rasch und sicher feststellen. „Es gibt auch Geräte, mit denen die Lupenbilder digital gespeichert werden. So lässt sich ein Muttermal dann im Verlauf über Jahre kontrollieren, und Veränderungen können frühzeitig erkannt werden. Auch gibt es Geräte, die Veränderungen oder Neuauftreten von Muttermalen erfassen (sog. Total body mapping)“, berichtet DDr. Rehor. Experten weisen jedoch darauf hin, dass nicht einmal 50 Prozent der Österreicher eine jährliche Hautvorsorgeuntersuchung wahrnehmen.

Die wichtigste Prävention ist aber nach wie vor der vernünftige Umgang mit der Sonne. Neben genetischen Faktoren wird Hautkrebs meist durch extreme und intensive UV-Strahlung, insbesondere in der Kindheit und Jugend, ausgelöst.Die Haut „merkt“ sich jeden Sonnenbrand, es kommt zu Zellschäden. Daher sollten wir und vor allem die Jüngsten keinesfalls zu lange und ungeschützt in der Sonne bleiben.

Daten & Fakten

  • Die Zahl der Neuerkrankungen an Hautkrebs ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen - vor allem der helle bzw. weiße Hautkrebs (Basaliome und Spinaliome).
  • Schwarzer Hautkrebs ist aufgrund seiner Tendenz, rasch Metastasen zu bilden, sehr gefürchtet.Wird dieser in einem frühen Stadium entdeckt, stehen die Chancen gut, dass er noch keine Metastasen gebildet hat.
  • Die krebserregenden UV-Strahlen reflektieren am Wasser fast doppelt so stark. Im Gebirge nimmt die Intensität pro 1000 Höhenmetern um 20 Prozent zu.

Regina Modl, Kronen Zeitung

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