30.06.2020 13:00 |

Haftstrafe droht

Polizei stuft Massagestab als verbotene Waffe ein

Eigentlich soll er bei der Anwendung für Entspannung und Wohlbefinden sorgen - doch für das deutsche Bundeskriminalamt kann der Klopfmassage-Stab, der beim beliebten Händler Tchibo angeboten wurde, auch als gefährliche Waffe missbraucht werden. Für die Behörde hat das Wellness-Utensil viel zu viel Ähnlichkeit mit einem Totschläger. Wer sich mit dieser nun „verbotenen Waffe“ erwischen lässt, muss mit einer Strafe rechnen.

„Ob alleine oder zu zweit: Dieser Klopfmassagestab ist bestens dazu geeignet, Rücken- und Schultermuskulatur zu entspannen“, warb Tchibo im Weihnachtsgeschäft vergangenes Jahr für das Produkt. Mit „leichten, federnden Schlägen“ könne man sich so „eine kleine Wellness-Pause zwischendurch“ gönnen.

BKA: Totschläger-Optik „überschattet die Zweckbestimmung“
Die „Produktbeschreibung“ der Exekutive liest sich da etwas anders: „Die objektiven Merkmale der Konstruktion einer Hieb- und Stoßwaffe, vielmehr die eines Totschlägers, drängen sich bei dem Klopfmassage-Stab auf, und überschatten die Zweckbestimmung des Herstellers“, heißt es in der offiziellen Begründung des BKA, warum das Utensil verboten wurde, wie der „Kölner Stadtanzeiger“ berichtet.

Somit gilt der 43 Zentimeter lange Massagestab, auf dessen Ende sich eine mit Gummi bezogene Stahlkugel befindet, nun offiziell als verbotene Waffe - trotz des leichten Gesamtgewichts von nicht einmal 200 Gramm. Für das Unternehmen ist diese Entscheidung jedoch vermutlich nicht sehr tragisch: „Am 27. Dezember 2019 haben wir den Verkauf freiwillig eingestellt, nachdem uns die Hamburger Behörden um Stellungnahme gebeten hatten“, erklärte Tchibo auf Anfrage der Zeitung. Das Produkt sei nur eine Woche zum Verkauf gestanden. Auf Twitter sorgt die Entscheidung der Exekutive jedenfalls für Erheiterung.

Tchibo warnte vor „immensem Verletzungspotential“
Der Konzern selbst war sich offenbar schon im Vorhinein darüber im Klaren, dass man von dem Artikel auch eine Gefahr ausgehen kann. In den Warnhinweisen wurden Kunden informiert, dass bei unsachgemäßem Gebrauch ein immenses Verletzungspotential bestünde.

Durch die Einstufung als verbotene Waffe wird der Besitz des Massagestabs in Deutschland nun so bestraft, als hätte man einen Schlagring, einen Wurfstern, ein Butterfly-Messer oder gar eine Handgranate bei sich. Jeglicher Umgang damit ist streng untersagt. Bei Verstößen droht eine Geldstrafe oder sogar Haft von bis zu einem Jahr.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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