26.06.2020 12:59 |

Phänomen in Peru

Corona-Infektionen nehmen ab 3000 Metern Höhe ab

Das neuartige Coronavirus dürfte in hohen Lagen nicht so gefährlich sein, wie in tieferen: Diese überraschende Erkenntnis lässt sich aus den Infektionszahlen in Peru schließen. Wie ein Infektiologe des lateinamerikanischen Lands berichtete, sei es auffällig, dass es in Gebieten ab 3000 Metern Höhe viel weniger Infektionen gebe, als in Gegenden, die darunter liegen. Im Regenwald dagegen gibt es mehr Infektionen.

Peru ist nach Brasilien das Land mit den meisten positiven Corona-Fällen in Südamerika. Doch in den Anden gibt es auffällig wenig Infektionen. Das könnte an der Lage liegen, vermuten Experten. Die Gebirgskette ist durchschnittlich 4000 Meter hoch.

„Wir haben zwar Fälle in Städten wie Cusco, Huaraz, Cajamarca und Cerro de Pasco“, erklärte der peruanische Infektiologe Augusto Tarazona. „Die Zahl ist jedoch minimal und die Sterblichkeit fast null. Das finden wir beachtenswert“, so der Experte.

In der Region Loreto, die flächenmäßig die größte Verwaltungsregion Perus und größtenteils von tropischem Regenwald bedeckt ist, ist die Anzahl der Infektionen dagegen besorgniserregend. Hier wurden bislang 8000 Infektionen und 321 Todesfälle gezählt. In der Region Cusco, die höher liegt und in der etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt, gab es bislang nur 1500 Fälle und 13 Tote.

Phänomen tritt auch in Bolivien auf
Ähnliche Beobachtungen, was die unterschiedliche Ausbreitung des Erregers in verschiedenen Höhenlagen betrifft, wurden im Nachbarland Bolivien gemacht. „Die Infektionsrate in hoch gelegenen Gebieten wie La Paz ist deutlich niedriger“, berichtete der Chef-Epidemiologe des Gesundheitsministeriums, Virgilio Prieto. Warum das Virus sich offenbar schwerer tut, sich in hohen Lagen auszubreiten, ist bislang ungeklärt.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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