03.06.2020 07:21 |

Zersiedeltes Land

Darum hat Kärnten höchsten Strompreis Österreichs

Kärnten hat viele Täler, einsame Anwesen und am Land geht die Bevölkerung zurück. Das macht die Infrastruktur teuer; eben auch den Strom, dessen Preis zu mehr als einem Drittel aus „Netzkosten“ besteht. Der Landesrechnungshof bestätigte jetzt einmal mehr den „mit Abstand höchsten Netztarif Österreichs.“

Sie ist vielfach geprüft und schwierig: die Sache mit dem Strompreis. Kärnten teilt sich dabei in sieben Regionen auf, von welchen nur zwei wachsen: Villach und Klagenfurt. Die Kelag-Tochter „Kärnten-Netz“ versorgt sechs der Gebiete, wovon fünf wiederum so ländlich sind, dass dort sogar der Verbrauch sinkt, weil die Bevölkerung zurückgeht. Die Kosten für die Instandhaltung der Netze ist aber gerade dort am teuersten.

Eine mögliche Lösung: ein einheitlicher Netztarif. Landesweit, wie etwa in Salzburg, oder gleich für ganz Österreich. Das wäre für Kärnten gut, aber die Ballungszentren müssten dann mehr zahlen, um die hohen Kosten am Land wieder auszugleichen.

„Das zu überlegen und zu entscheiden ist Aufgabe der Politik“, sagt „Kärnten-Netz“-Chef Reinhard Draxler. Seine Aufgabe ist es, das Netz aufrecht zu erhalten und sogar auszubauen: „Wenn wir mehr in Photovoltaik gehen, wo Strom irgendwo produziert wird und dann mit großen Schwankungen ins Netz geschickt wird, oder auch in die Elektromobilität, dann müssen wir Kapazitäten schaffen. Und die sind, je weiter weg, desto teurer.“

Ebenso notwendig: bessere Raumplanung. Denn nicht nur bei der Stromversorgung ist Kärnten teuer, weil halt ziemlich „zersiedelt“, sondern auch bei Straßen, Kanal und Datenleitungen fürs Internet.

Hannes Mösslacher
Hannes Mösslacher
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