13.05.2020 22:37 |

Dutzende Erkrankte

Mexiko: Rund 100 Tote durch gepanschten Schnaps

Die Zahl der Toten steigt weiter: In Mexiko sind mittlerweile rund 100 Menschen nach dem Konsum von verunreinigtem Schnaps gestorben, Dutzende weitere erkrankt. Allein seit dem vergangenen Wochenende verloren mehr als 40 Menschen ihr Leben. Die Verwaltung der Gemeinde Chiconcuautla im Bundesstaat Puebla erklärte daraufhin am Dienstagabend einen Gesundheitsnotstand, in einigen der betroffenen Gegenden ist der Verkauf von Alkohol wegen der Corona-Krise derzeit verboten.

Wer am vergangenen Wochenende Refino - eine in kleinen Mengen destillierte Art Agavenschnaps - getrunken und Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle habe oder sich übergeben müsse, solle sich sofort in die nächstgelegene Klinik begeben, hieß es. Der Schnaps sei in der armen Gegend beliebt, weil er billig sei, sagte der Assistent des örtlichen Bürgermeisters, Eduardo Soto, der Zeitung „La Jornada de Oriente“. Chiconcuautla ist eine indigen geprägte, arme Gemeinde von rund 17.000 Einwohnern. Sie liegt in einer gebirgigen Region rund 200 Kilometer nordöstlich von Mexiko-Stadt. Allein dort starben mehr als 20 Menschen.

Die Regierung des benachbarten zentralmexikanischen Morelos meldete 15 Tote. Es seien sieben Behältnisse ohne Kennzeichnung mit insgesamt 86 Litern eines Getränks zweifelhafter Herkunft gefunden worden. In der südostmexikanischen Halbinsel Yucatán gab es nach Berichten der Zeitung „Diario de Yucatán“, die sich auf die örtliche Polizei berief, seit vergangenem Freitag insgesamt sieben weitere Todesfälle. 

Rund 100 Menschen in ganz Mexiko gestorben
Auch im westlichen Bundesstaat Jalisco seien sechs Todesfälle mutmaßlich auf den Konsum gepanschten Schnapses zurückführen, wie die Regierung mitteilte. Seit dem 26. April waren es dort insgesamt 34 Tote und 80 weitere Menschen, die in Krankenhäusern behandelt werden mussten. In ganz Mexiko starben nach Berechnungen der Zeitung „Reforma“ in den vergangenen zwei Wochen rund 100 Menschen, die verunreinigte Getränke zu sich genommen hatten.

Schnaps unter unprofessionellen Umständen destilliert
Gemein haben die Vorfälle in den verschiedenen Regionen, dass die Behörden sie auf das Trinken von Schnaps zurückführen, der unter unprofessionellen Umständen destilliert wurde. Solche Getränke werden vor allem von armen Menschen konsumiert. Mindestens 685.000 Menschen verloren in Mexiko ihre Arbeitsplätze, seit Ende März zur Eindämmung der Ausbreitung des Coronavirus der Betrieb in Unternehmen, die als nicht unerlässlich eingestuft wurden, vorübergehend eingestellt wurde. Nicht berücksichtigt ist dabei der informelle Sektor, zu dem 57 Prozent der Arbeit in dem nordamerikanischen Land mit rund 130 Millionen Einwohnern gezählt wird.

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